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Biathlon in Ruhpolding : Platz drei für deutsche Damen-Staffel

Laura Dahlmeier stand wie schon beim Sprint zwei Tage zuvor wieder auf der Strecke beim Biathlon in Ruhpolding. Bild: dpa

Auch mit Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier haben die deutschen Biathletinnen beim Heim-Weltcup den ersten Staffel-Sieg der Saison verpasst. Doch die 25-Jährige lief auch nicht auf ihrer angestammten Position.

          Sie ist zurück auf dem Treppchen. Nicht auf der obersten Stufe, und nicht ganz aus eigener Kraft, sondern im Verein mit Vanessa Hinz, Franziska Preuß und Denise Herrmann. Aber der dritte Platz des deutschen Frauenquartetts hinter Frankreich und Norwegen am Samstag in der Ruhpoldinger Chiemgau Arena war für Laura Dahlmeier ein durchaus erhebendes Erlebnis – auch wenn sie anderes gewöhnt ist. Dass die 25 Jahre alte Olympiasiegerin von Pyeongchang, sonst als Schlussläuferin gesetzt, diesmal an Position zwei auf ihren Abschnitt ging, war ihrer momentanen Verfassung geschuldet.

          Es sah viel flüssiger aus als am Donnerstag, als sie sich als Neunte im Sprint „mit blauen Haxen brutal plagen“ musste. „Ich konnte von Anfang an Druck machen, die erste Runde hat richtig Spaß gemacht“, sagte sie am Samstag, um dann einzuschränken: „Am Ende haben mir zwei, drei Körner gefehlt.“ Klar, der eine Nachlader war unnötig, „aber da dachte ich wirklich, dass die Scheibe fällt“. Doch die Zwischenbilanz nach dem zweiten Auftritt in Ruhpolding fällt positiv aus: „Ich denke, es war ein guter Schritt in die richtige Richtung.“

          Alles dreht sich derzeit um das Sorgenkind. Fast noch mehr als sonst. Was macht die Gesundheit, wie ist die Form? Reicht es bis zur WM? Kein Wunder nach dieser schwierigen Saison mit dem späten Einstieg vor Weihnachten. In Ruhpolding will sie erstmals das volle Programm laufen, auch den Massenstart am Sonntag.

          Schon der Sprint war für die 25 Jahre alte Oberbayerin eine veritable Strapaze. Ja, sie hatte schon „auf ein bissel frischere Beine gehofft“. Die Erkältung, die sie über Silvester lahmgelegt hat, „die zieht schon Energie, vor allem wenn der Akku im Herbst mal komplett leer war. Da ging gar nichts mehr.“ Das Immunsystem war nach Entzündungen, einer Weisheitszahn-OP und Infekten derart angeschlagen, dass sie im Krankenhaus landete. „Ich habe mir schon die Frage gestellt: Werde ich wieder 100-prozentig gesund und kann mein Leben so leben, wie ich möchte?“ Und sie gibt offen zu: „Ich habe zwischenzeitlich gar nicht mehr an mich geglaubt.“ Das hat sich spätestens nach dem Comeback in Nove Mesto mit Platz zwei im Sprint geändert. Jetzt will sie zeigen, dass es keine Eintagsfliege war.

          Es geht gar nicht so sehr um die Laufzeit, sondern um das Laufgefühl, die Spritzigkeit, die Dynamik. Beim nächsten Weltcup in Antholz will sie diese Leichtigkeit wieder spüren. Wie es danach weitergeht? Laura Dahlmeier braucht jedes Rennen. Andererseits bedeutet der Amerika-Trip nach Canmore und Soldier Hollow Reisestress samt Jetlag. Ob sie das verkraftet? Darauf weiß die Olympiasiegerin noch keine Antwort. Aber eines weiß sie: Bei der Weltmeisterschaft Anfang März in Östersund will sie in Topform sein.

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