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Olympiasiegerinnen Riesch und Rebensburg : „Zeit für frischen Wind“

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Skistar Maria Riesch: „Dreieinhalb Monate Skipause gemacht” Bild: dpa

Bei den Olympischen Spielen in Vancouver gewannen Maria Riesch und Viktoria Rebensburg alpine Goldmedaillen. Im Doppel-Interview sprechen die beiden Skistars über Sommerfreuden, ihren neuen Trainer und die kommende WM in Garmisch.

          6 Min.

          Maria Riesch war der deutsche Skistar bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver. Sie holte im Slalom und der Super-Kombination gleich zwei Goldmedaillen. Viktoria Rebensburg komplettierte das starke Ergebnis der deutschen Frauen und gewann im Riesenslalom ebenfalls Gold. In der Sommerpause sind die Gedanken noch immer beim großen Erfolg.

          Wenn Sie von hier aus, vom Trainingslager in Neuseeland, an Olympia zurückdenken - welches war der größte, der überwältigendste Moment?

          Viktoria Rebensburg: Der überwältigendste Augenblick war der Morgen, an dem ich die Medaille überreicht bekam. Aber natürlich war es schon ein unbeschreibliches Gefühl, als wir im Zielbereich standen, die letzte Läuferin ins Ziel kam und ich realisierte, dass ich gerade Olympiasiegerin geworden war.

          Riesch hat keine Angst vor Absturz: „Ich habe alles erreicht in meiner Karriere”

          Maria Riesch: Am emotionalsten sind für mich die Momente direkt nach dem Rennen, wenn man alles noch gar nicht richtig fassen kann. Ins Ziel zu kommen und zu wissen, ich habe das zweite Gold, ist unbeschreiblich. Ich hatte vorher ja schon Gold in der Super-Kombination, und als ich dann noch den Slalom gewann, habe ich mir gesagt, genieße das, der Tag rennt ja so schnell vorbei, und am Abend liegst du wieder im Bett und denkst, schade dass es so schnell vergangen ist.

          Was hat sich durch die Olympiasiege geändert?

          Rebensburg: Ich habe mich nicht verändert. Nach der Saison war ich zu Hause und habe gemeinsam mit meiner Familie und Freunden ein paar ruhige Tage verbracht. Es ist wichtig, dass man wieder ein wenig Abstand bekommt. Der Sieg in Vancouver brachte natürlich mehr Termine mit sich, der Sommer war ein bisschen stressiger als sonst, aber das ist kein Problem. Ich mache das gern, weil es auch zeigt, dass ich etwas Besonderes erreicht habe.

          Riesch: Als ich Weltmeisterin geworden bin, hat sich meine Bekanntheit schon gesteigert, aber durch die Olympiasiege noch einmal ungleich mehr. Schwierig waren die Tage danach. Ich hatte zwei Goldmedaillen gewonnen, und dann waren noch drei Wochen Saison. Ich wusste erst einmal nicht, wie ich das schaffen sollte. Wir sind in München groß empfangen worden, nach dem Empfang sind wir nach Crans Montana geflogen, wo es gleich weiterging. Ich war fix und fertig, hatte drei Tage lang fast nicht geschlafen und habe mir gedacht, mein Gott, wie soll ich morgen ein Abfahrtsrennen fahren! Ich wollte nichts mehr riskieren, weil ich körperlich und vom Kopf her leer war. Vor mir lag die Woche wie ein riesiger Berg, im Slalom ging es auch noch um den Disziplinen-Weltcup. Dann habe ich aber noch mal einen Schub bekommen, und es lief super.

          Wie lange haben Sie die Ski anschließend in die Ecke gestellt?

          Rebensburg: Von Mitte April bis Juli waren wir überhaupt nicht im Schnee. Ende Mai ging es auf Zypern zum Konditionstraining. Radfahren, Laufen, Gewichtheben - die Grundlagen für den Winter schaffen. Die Zeit ohne Skifahren ist für mich wichtig, um mich wieder auf die neue Saison konzentrieren zu können. Danach ist die Freude umso größer. In Urlaub gefahren bin ich dieses Jahr nicht, weil ich ein Sportmanagement-Studium angefangen habe.

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