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Olympia : Ingo Steuer will gegen NOK-Entscheidung klagen

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Trainer Ingo Steuer (M.) will sein Eislaufpaar nach Turin begleiten Bild: ZB

Der wegen seiner Stasi-Vergangenheit von den Olympischen Spielen ausgeschlossene Eiskunstlauf-Trainer Ingo Steuer will mit einer einstweiligen Verfügung seine Teilnahme in Turin erwirken.

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          Nach einem Machtwort des Verbandes werden die Europameisterschaftszweiten im Paarlauf, Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy, bei den Olympischen Winterspielen an den Start gehen. „Wir haben einen sportlichen Auftrag und wollen mit unserer Leistung auch ein Zeichen setzen. Wir sind mit der Entscheidung gegen unseren Trainer nicht einverstanden“, sagte Szolkowy am Freitag. Der wegen seiner Stasi-Vergangenheit von den Spielen ausgeschlossene Trainer Ingo Steuer will mit einer Einstweiligen Verfügung seine Teilnahme in Turin erwirken.

          Nach Steuer und Skisprung-Trainer Henry Glaß darf auch der Oberhofer Biathlon-Betreuer Hans Hartleb wegen Stasi-Kontakten nicht nach Turin reisen. Vom Deutschen Skiverband (DSV) war Hartleb dem Nationalen Olympischen Komitee (NOK) allerdings nicht für das Olympia-Team vorgeschlagen worden, weil seine Stasi-Vergangenheit als IM „Falun“ seit zwei Jahren bekannt ist.

          „Situation darf jetzt nicht weiter eskalieren“

          Völliges Unverständnis herrschte bei der Deutschen Eislauf-Union (DEU) über den angedrohten Olympia-Boykott der Neu-Chemnitzerin Aljona Sawtschenko. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist, nicht bei den Winterspielen zu starten“, sagte DEU-Präsident Reinhard Mirmseker. Die gebürtige Ukrainerin hatte am Donnerstag einen Olympia-Start ohne ihren Coach kategorisch abgelehnt. Die 22 Jahre alte ehemalige Junioren-Weltmeisterin hatte erst am 13. Januar mit großer Unterstützung der DEU einen deutschen Paß erhalten.

          In mehreren Telefongesprächen legte der Verband Steuer nahe, auf seine Läuferin besänftigend einzuwirken. „Nach den ersten emotionalen Reaktionen wird Ingo Steuer vernünftig auf Aljona einreden. Die Situation darf jetzt nicht weiter eskalieren“, betonte Mirmseker, der dem Gespann und seinem Coach auch einen Fernsehauftritt am Abend schriftlich untersagte. „Wir müssen nicht weiter Öl ins Feuer gießen“, sagte Mirmseker.

          Steuer wil Einstweilige Verfügung

          Steuer hat unterdessen den juristischen Weg eingeschlagen. Das bestätigte seine Anwältin Karla Vogt-Röller im MDR-Fernsehen. Mit der Einstweiligen Verfügung soll das Nationale Olympische Komitee (NOK) verpflichtet werden, den früheren Weltmeister bis zum 31. Januar für Turin nachzunominieren.

          Wie der DSV bestätigte, ist der dritte betroffene Funktionär der Sportwissenschaftler Hartleb. Er war aber ohnehin nicht für Turin eingeplant. „Deshalb sind wir davon ausgegangen, daß es sich bei dem gesuchten dritten Mann nicht um Hans Hartleb handelt. Erst durch eine Nachfrage beim NOK haben wir erfahren, daß er der dritte Nichtnominierte ist, obwohl wir ihn ja bereits ausgesondert hatten“, erklärte DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller. Der DSV hatte am Samstag dem NOK für die Olympia-Mannschaft nur den wissenschaftlichen Mitarbeiter Jürgen Wick vorgeschlagen. Aufgabe der Wissenschaftler ist unter anderem das Erfassen und Auswerten von Trainings- und Wettkampfdaten.

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