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Beckers Wochenschau : Ein Lob aufs Alter

Auch mit 45 Jahren ist noch nicht Schluss für Skispringer Noriaki Kasai. Bild: AP

Noriaki Kasai ist ein Phänomen. Es wird sehr lange dauern, bis ein Springer diesen Japaner überspringt. Sumo-Ringer Harumafuji Kohei könnte zudem vom Skispringer noch etwas lernen.

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          Chapeau: Nirgends ist der Japaner zu finden. Erster Bradl, Zweiter Næs, Dritter Dølplads, dann Brutscher, Lauren, Weiler, aber nirgends: Kasai. Noriaki Kasai. Scheint nicht so gut gelaufen zu sein für den jungen Japaner, damals, 1953, bei der ersten Vierschanzentournee. Zugegeben, ein ungehöriger Scherz, gerade gegenüber einem, dem mancher junge, erfolgreiche Skispringer wie einem Lehrmeister begegnet. Und was heißt schon alt? Kasai-sensai ist gerade mal 45, es ist erst seine 27. Tournee. Nie hat er sie gewonnen, zweimal wurde er Zweiter (1993 und 1999).

          Chapeau – wir ziehen den Hut!

          Zweimal gewann Kasai das Neujahrsspringen in Garmisch (1993 und 2001), 1999 siegte er auf der Bergiselschanze in Innsbruck, der letzte Weltcup-Sieg liegt drei Jahre zurück. Den Problemen bei den jüngsten Weltcup-Springen nach zu urteilen, wird weder in Oberstdorf noch in Garmisch, Innsbruck oder Bischofshofen ein weiterer hinzukommen. Einstweilen lässt sich Noriaki Kasai davon nicht beirren. Er will, nun ja, weiterspringen. Bis er 50 Jahre alt ist, hatte er vor einiger Zeit angekündigt, wolle er es versuchen, mindestens. Und wenn Noriaki Kasai doch schon am Ende dieser Saison aufhört, vor seinem 46. Geburtstag – es wird sehr lange dauern, bis ein Springer diesen Japaner überspringt.

          Attaque – hier wird angegriffen!

          Attaque: Wo wir gerade von der Gelassenheit japanischer Lehrmeister sprechen: Harumafuji Kohei muss nicht gleich mit dem Skispringen beginnen. Aber womöglich könnte der Sumo-Ringer, gebürtig Davaanyamyn Byambadorj in Ulan Bator, Mongolei, von Noriaki Kasai doch ein wenig Gemütsruhe lernen. Vor fünf Jahren in den höchsten Stand der Sumotori gehoben, hatte Yokozuna Harumafuji vor vier Wochen seinen Rücktritt erklären müssen. Der Grund: eine körperliche Auseinandersetzung mit einem Konkurrenten. Das Problem: Sie fand abseits des Rings statt.

          Der rangniedere Takanoiwa war nach einer Auseinandersetzung in einer Bar bewusstlos in ein Krankenhaus in der Provinzstadt Tottori gebracht worden. Diagnose Schädelbruch, schrieben japanische Zeitungen. Kurz darauf hieß es, der Verletzte könne wieder trainieren. Inzwischen steht die Anklage, Harumafuji muss mit einer Geldstrafe rechnen. Vielleicht wird der Richter klären können, welches Tatwerkzeug eingesetzt wurde. Eine Bierflasche sei es keinesfalls gewesen, hatte der Delinquent gesagt. Eine Karaoke-Fernbedienung soll es gewesen sein, heißt es. Er hatte dem anderen Höflichkeit und Anstand beibringen wollen, verteidigte sich Harumafuji. Das ging schwer nach hinten los.

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