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„Wahnsinn“ bei Nordischer Ski-WM : Geschichtsträchtiger Schritt zur Gleichberechtigung

  • Aktualisiert am

Erschöpft im Ziel: Svenja Würth Bild: dpa

Jahrelang haben die Kombiniererinnen für diesen Tag gekämpft, nun kommt es zum ersehnten ersten WM-Rennen. Das deutsche Team ist allerdings chancenlos.

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          Auch bei der neuen Disziplin jubelte gleich wieder die nordische Top-Nation. Während das erfolgreiche Norwegen-Trio um die geschichtsträchtige Goldgewinnerin Gyda Westvold Hansen stolz die eigene Fahne im Zielraum zeigte, spielten die deutschen Frauen bei der WM-Premiere der Nordischen Kombination nur Nebenrollen. Die 16 Jahre junge Cindy Haasch sicherte sich nach einem starken Lauf über fünf Kilometer den elften Platz, mit der Medaillenvergabe hatte das Quartett von Trainer Klaus Edelmann bei der erstmaligen Austragung eines WM-Wettbewerbs der Frauen gar nichts zu tun.

          „Es ist auch für uns einfach etwas ganz Besonderes, auf so großer Bühne zu stehen. Wir hoffen natürlich, dass das Interesse nicht nur so war wegen der Premiere“, sagte die frühere Skispringerin Svenja Würth, die Rang 17 belegte. Bundestrainer Klaus Edelmann sah gar einen „Wahnsinnswettkampf“ und hätte sich „gerne noch einen zweiten Wettkampf gewünscht“. Youngster Haasch war mit Rang elf „sehr zufrieden“, die große Aufregung war ihr den Tag über total anzumerken.

          Auch Jenny Nowak (18.) und Maria Gerboth (19.) hatten mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun. Hinter Westvold Hansen sicherten sich die beiden norwegischen Schwestern Mari Leinan Lund und Marte Leinan Lund die Silber- und Bronzemedaille. Norwegen hat damit auf Anhieb auch die jüngste Disziplin bei der WM dominiert.

          „Bringt uns sehr viel weiter“

          Mit dem Start einer eigenen Weltcup-Serie und der Aufnahme ins WM-Programm hat die Kombination als letzte große Wintersportart einen großen Schritt zur Gleichberechtigung für Sportlerinnen und Sportler geschafft. Entsprechend nervös waren die Athletinnen vor ihrer Premiere, die wohl Millionen Zuschauer im Hauptprogramm zu einer guten Sendezeit sehen konnten. Man freue sich, „dass wir in den Medien so präsentiert werden an einem Samstag. Das bringt unseren Sport auf jeden Fall sehr viel weiter“, sagte Talent Nowak.

          Sporthistorisch war schon der Normalschanzen-Durchgang, der morgens am Oberstdorfer Schattenberg stattfand. „Ich würde nicht sagen, dass es das Ende des Weges ist – es ist erst der Anfang. Jetzt wurde erst einmal ein Meilenstein gesetzt. Jetzt hoffe ich, dass es in den nächsten Jahren so weitergeht“, sagte Gerboth. Die nächsten Ziele sind dabei klar umrissen: Die in diesem Winter auf einen Wettkampf geschrumpfte Weltcup-Serie Stück für Stück zu erweitern und 2026 bei Olympia in Mailand die nächste große Premiere zu geben.

          Als wichtiges Aushängeschild könnte dafür auch Würth dienen, die den stetigen Aufstieg einer Sparte schon auf der Schanze einmal miterlebt hat. „Ich freue mich extrem, dass die Nordische Kombination auch endlich in der Wintersportwelt angekommen ist“, sagte die 27-Jährige.

          Wie schwierig der Spagat zwischen Kombination und Spezialspringen ist, zeigte ihr Samstag eindrucksvoll: Lag sie nach Teil eins noch auf Rang drei, wurde sie auf den fünf Kilometern in der Loipe durchgereicht. „Es war in der kurzen Zeit nicht möglich, in acht Monaten aufzuholen, was andere in zehn Jahren gelernt haben“, sagte Würth.

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