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Nordische Ski-WM : Königliches Skifest

  • -Aktualisiert am

Norwegens oberste Ski-Fans: Prinzessin Mette Marit und Prinz Haakon Bild: REUTERS

Die Erwartungen, die mit Oslo, mit dem Holmenkollen, mit Norwegen verknüpft waren, wurden bei der Nordischen Ski-WM sogar noch übertroffen. Die Atmosphäre an Schanzen und Loipen wird nirgendwo einen ähnlichen Gänsehaut-Effekt erreichen.

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          Die Königsfamilie elf Tage lang als Zuschauer bei allen Wettkämpfen, in die offiziellen Skianzüge des Organisationskomitees gekleidet. Der König, der alle Weltmeister in seiner Loge im Langlaufstadion empfängt, der dem Team-Goldmedaillengewinner Martin Koch ein Autogramm auf die Brust im Weltmeistertrikot schreibt. Die Königin, die vor 100.000 Zuschauern den Medaillengewinnern im Teamspringen einen Kuss auf die Wange drückt. Der Kronprinz, der abends spät auf Ski in die Wälder zu den zeltenden Fans läuft und am vorletzten WM-Tag den Streckenposten gibt: eine royale Familie zum Anfassen, sympathisch natürlich. Sie steht in diesen Tagen für nordische Skiweltmeisterschaften, die nicht nur einen Teil des Volkes interessieren und berühren, sondern das ganze Land in den vergangenen zwei Wochen in eine Hochstimmung versetzten.

          Die Erwartungen, die mit Oslo, mit dem Holmenkollen, mit Norwegen verknüpft waren, wurden sogar noch übertroffen. „Ein einzigartiges Skifest“ nannte Gian Franco Kasper, der Präsident des Internationalen Skiverbandes die WM. Die Zahlen sprechen für sich: 275.000 verkaufte Karten für die elf Wettkampftage, rund 300.000 Fans zusätzlich an den Langlaufstrecken, 35.000 Camper im Wald oberhalb des Holmenkollens, 50.000 Zuschauer bei der Eröffnungsfeier, insgesamt 650.000 Begeisterte an den elf Siegerehrungsabenden auf dem Universitätsplatz. Die Einschaltquoten des norwegischen Fernsehens erreichten neunzig Prozent Marktanteil. „Nur Oslo kann solche Zahlen bieten“, sagte Kasper. Und nur Norweger, sagte der Schweizer Kasper, „sitzen vor dem Nebel, sehen nichts und haben Spaß“. Immerhin wusste der Wettergott am letzten Wochenende, was sich gehört.

          Jeder Medaillengewinner konnte sich als Superstar fühlen

          „Oslo zu übertreffen, wird nahezu unmöglich sein“, sagte Kasper. Denn wer sonst wird sich Wettkampfanlagen leisten, die für 300 Millionen Euro renoviert oder neu errichtet wurden? Wer kann in solch einer Traumlandschaft mit kürzesten Wegen Athleten ähnliche Bedingungen bieten? Die Atmosphäre an den Schanzen und Loipen wird ohnehin nirgendwo sonst einen ähnlichen Gänsehaut-Effekt erreichen. Jeder Medaillengewinner konnte sich als Superstar fühlen. Vom ersten Moment an, so Kasper, seien diese Weltmeisterschaften ein Erfolg gewesen. Oslo wird, wie die Olympischen Winterspiele von Lillehammer 1994 „absolut unvergesslich“ sein.

          Fahnenträger, Superstar: Norwegens Goldläufer Petter Northug

          Die nächsten Titelkämpfe kommen bestimmt. Der Ausrichter Val di Fiemme muss sich schon jetzt abfällige Bemerkungen gefallen lassen. Den österreichischen Überflieger Thomas Morgenstern, der bereits bei der WM 2003 im Fleimstal sprang, schaudert’s, „wenn ich da an die Geister-WM 2013 denke“ – vor spärlich gefüllten Rängen. Weltmeisterschaften seien ein Teil der Kultur eines Volkes, sagt Kasper, und „Val di Fiemme wird typisch italienisch“. Und wenn die Italiener Glück haben, bekommen sie einen Hauch von Oslo ab: Bis zu 10.000 Norweger werden dann im Fleimstal als Zuschauer erwartet.

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