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Nordische Ski-WM : „Vielleicht haben wir zu viel riskiert“

Ein Mann im Schnee: Norwegens Jarl Magnus Riiber gewinnt Gold Bild: AFP

Die deutschen Kombinierer bleiben zum ersten Mal seit zehn Jahren in einem WM-Einzelrennen ohne Medaille. Der Dominator der Saison krönt seinen überragenden Winter.

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          Den Titel „König von Seefeld“, der ihm wegen seiner 14 bisherigen Karriere-Einzelsiege auf dem Tiroler Hochplateau zugesprochen wurde, kann ihm niemand nehmen. Doch ein weiterer Weltmeistertitel für Kombinierer Eric Frenzel im Einzelwettkampf von der Normalschanze mit anschließendem 10-Kilometer-Lauf – daraus ist in seiner zweiten sportlichen Heimat Seefeld nichts geworden. Dafür hätte der Doppelweltmeister, der schon zum Beginn dieses Nordischen Kräftemessens binnen 48 Stunden sowohl beim Wettkampf von der Innsbrucker Großschanze am Bergisel als auch an der Seite von Fabian Rießle im Teamsprint über 2 x 7,5 Kilometer der Beste gewesen ist, am Donnerstag besser springen müssen.

          Doch der Dreißigjährige blieb weit unter seinen Möglichkeiten. Sein Sprung führte ihn lediglich auf 97,5 Meter. Umgerechnet bedeutete das: Frenzel musste als 22. mit einem Rückstand von 1:23 Minuten auf die Strecke gehen, an der sich zuvor schon beim spannenden Staffelrennen der Frauen 14.900 Zuschauer eingefunden hatten – trotz der verdüsterten Gesamtlage. Rekordbesuch unter einem stahlblauen Himmel, bei frühlingshaften Temperaturen, die es den Läufern bei weichem Schnee in der Loipe nicht leicht machten.

          Jarl Magnus Riiber, der führende Kombinierer dieses Winters, machte es viel besser als die fünf deutschen Starter. Denn als bester aller 61 Athleten landete der Norweger bei 107 Metern, was ihm für Teil eins seiner angestrebten Goldmission die meisten Punkte auf der Toni-Seelos-Schanze einbrachte und den Start als erster Läufer sicherte. Eine Position, die der zehnmalige Weltcupsieger dieser Saison bis ins Ziel verteidigte und damit vor den Augen seines Königs Harald den Österreicher Bernhard Gruber sowie den drittplazierten Japaner Akito Watabe hinter sich ließ.

          Titelverteidiger Johannes Rydzek, der als 17. mit einem Laufrückstand von 1:16 Minuten in die Loipe gegangen war und am Ende Achter wurde, zeigte kämpferische Qualitäten – „doch sie wurden nicht belohnt“. Erstmals seit zehn Jahren blieben die deutschen Nordischen Dominierer in einem WM-Einzelrennen ohne Medaille. Zugleich endete auch eine Serie von neun ersten Plätzen in Folge bei Großereignissen.

          Für Hermann Weinbuch kein Beinbruch, obgleich der Bundestrainer nach den Probesprüngen noch optimistisch war. „Vielleicht haben wir auf der Schanze einfach zu viel riskiert“, sagte er später, als auch Vinzenz Geiger als zweitbester Deutscher als Vierzehnter die Ziellinie überquert hatte – zwei Plätze vor Frenzel.

          Der Rekordchampion, vor dieser Einzelentscheidung am Donnerstag mit sieben Mal Gold und insgesamt 14 WM-Medaillen dekoriert, gestand sich ein, „dass auf der Schanze die letzte Konsequenz gefehlt hat“. Und als es dann vor Rekordkulisse in der Loipe galt, den Rückstand von 1:23 Minuten halbwegs aufzuholen, musste Frenzel dem „sehr hohen Tempo“ Tribut zollen. Er beschränkte sich auf den letzten Metern darauf, das Rennen „ordentlich“ zu Ende zu bringen, um „Körner zu sparen“. Körner für Samstag, für die letzte Entscheidung der Nordischen Kombination, bei der die Deutschen im Staffelverbund da weitermachen wollen, wo sie vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft in Lahti aufgehört haben: Gold zu gewinnen.

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