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Nordische Ski-WM : Das Beste zum Schluss

  • -Aktualisiert am

Auch Janne Ahonen, der Rekordsieger der Vierschanzentournee, beendet seine Karriere Bild: AFP

Es ist die Zeit der Abschiede: Andreas Küttel, Adam Malysz, Janne Ahonen und Michael Uhrmann - viele beenden ihre Skisprung-Karriere. Der Generationenwechsel kommt dieses Mal mit Verzögerung: Der Holmenkollen hat sie alle noch einmal gelockt.

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          „Mein guter Freund hat gerade seinen letzten Wettkampf gemacht, ich widme ihm diese Medaille.“ – „Wenn er geht, geht ein großer Teil des Skispringens.“ – „Ohne ihn wird uns etwas fehlen.“ Es ist die Zeit der Abschiede in Oslo.

          Der ehemalige Weltmeister Andreas Küttel, von dem sich sein Schweizer Teamkamerad Simon Ammann mit belegter Stimme öffentlich verabschiedet, Adam Malysz, der kleine große Skispringer, von seinen Landsleuten neben Papst Johannes Paul II. zum beliebtesten Polen gewählt, Michael Uhrmann, der unauffällige Deutsche, Janne Ahonen, der Rekordsieger der Vierschanzentournee, Felix Gottwald, der erfolgreichste Athlet der Nordischen Kombination, sein finnisches Pendant Hannu Manninen – das sind nur einige der Namen, die künftig nicht mehr auf Startlisten auftauchen werden.

          Ein Generationenwechsel, der sich oft nach Olympischen Spielen vollzieht, kommt diesmal mit einem Jahr Verzögerung: Oslo hat sie alle noch einmal gelockt. Nordische Skiweltmeisterschaften am Holmenkollen zu erleben, an dieser unvergleichlichen Wettkampfstätte, in einer Atmosphäre, die mit Worten nicht zu beschreiben ist, bedeutet für Langläufer, Skispringer, Kombinierer einen Höhepunkt in ihren Karrieren – wie lange sie auch dauern mögen. Viele von ihnen, die Norweger ohnehin, stellen den Wert einer in Oslo gewonnenen Medaille über den olympischen Goldes.

          Ein Höhepunkt der Karriere

          In diesem Land wurde der Skilauf geboren, hier standen die ersten Schanzen. Hier werden Kinder, wie die ehemalige Langlauf-Königin der Norweger, Bente Skari sagt, beinahe schon mit Ski an den Füßen geboren. Menschen in Langlaufkleidung, die Kunststoffbretter in der Hand, sind in der Straßenbahn Alltag. Die norwegische Königsfamilie erlebt selbstverständlich alle Wettkämpfe am Holmenkollen mit, lädt royale Staatsgäste aus Schweden und Dänemark in die Beton-Loge im Stadion ein, empfängt dort jeden Sieger.

          70.000 Zuschauer jubeln abends bei der Siegerehrung ihrer Frauen-Staffel auf dem Universitätsplatz zu und lassen ahnen, was der nordische Skisport und seine Helden diesem Volk wert sind. Und wenn eine Karriere ihr Ende findet – wo kann es besser, würdiger sein als hier? Auf jeden Fall ist es unvergesslich.

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