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Nordische Kombination : Teichmann: Erster "Historischer" Erfolg

  • Aktualisiert am

Axel Teichmann, verfolgt von Teamkollege Rene Sommerfeld Bild: dpa/dpaweb

Zwei Thüringer, Ronny Ackermann mit einem Doppelsieg zum Saisonauftakt in der Nordischen Kombination und Axel Teichmann als Leitfigur der starken deutschen Skilangläufer, haben in Kuusamo in Finnland für Aufsehen gesorgt.

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          Zwei Thüringer, Ronny Ackermann mit einem Doppelsieg zum Saisonauftakt in der Nordischen Kombination und Axel Teichmann als Leitfigur der starken deutschen Skilangläufer, haben in Kuusamo in Finnland für Aufsehen gesorgt. "Ein sensationeller Traumstart", sagte Weltmeister und Weltcup-Titelverteidiger Ackermann ergriffen. Im Sprintwettbewerb am Sonntag lief er mit 22,1 Sekunden Vorsprung vor seinem Teamkollegen Sebastian Haseney ins Ziel. Im Einzelwettbewerb am Vortag hatte er die Finnen Hannu Manninen und Olympiasieger Samppa Lajunen distanziert. Mit Idealpunktzahl (200) führt er in der Gesamtwertung.

          Langlauf-Weltmeister Axel Teichmann gewann nach einem Zielsprint das 30-Kilometer-Jagdrennen, und gemeinsam mit seinen Kollegen sorgte er für das beste deutsche Mannschaftsresultat der Geschichte - mit fünf Läufern unter den ersten sieben. Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) belegte am Sonntag hinter dem Schweden Anders Södergren Platz drei vor Jens Filbrich (Frankenhain). Tobias Angerer (Vachendorf) wurde Sechster, Andreas Schlütter (Oberhof) Siebter. "Da reibt man sich als Trainer verwundert die Augen und ist sprachlos. Das war eine sensationelle Teamleistung, so was Historisches jede Woche kann man kaum verkraften", sagte Bundestrainer Jochen Behle. Eine Woche zuvor war in Beitostölen der erste deutsche Staffelsieg der Weltcup-Geschichte gelungen.

          „Viel besser geht es nicht"

          Auch die Frauen bewiesen Klasse: Im 15-Kilometer-Jagdrennen belegte Evi Sachenbacher (Reit im Winkl) am Samstag Platz drei vor Claudia Künzel (Oberwiesenthal). "Das ist die Krönung unserer bisherigen Arbeit. Viel besser geht es nicht", sagte Behle nach dem Gala-Auftritt des Wochenendes.

          Als der Schwede Anders Södergren fünf Kilometer vor dem Ziel attackierte und einige Sekunden Vorsprung herauslief, übernahm Teichmann die Verfolgung. "Ich bin nach vorn gegangen, weil ich die meisten Reserven hatte. Wir haben perfekt zusammengearbeitet. Ich bin ans Limit gegangen", sagte er. Lohn ist die erstmalige Führung im Gesamt-Weltcup. "Ich mache mir deswegen aber keinen Druck, die Führung kann nächste Woche schon wieder weg sein. Sollte ich im Februar noch so weit vorn dabeisein, kann man über den Weltcup reden", sagte Teichmann.

          Mehrere Faktoren führten zu guter Form

          Seine gute Form führt er auf mehrere Faktoren zurück: den gesteigerten Trainingsumfang, die intensivere Betreuung durch die Stützpunkttrainer, die perfekte Skipräparierung durch die Technikergruppe sowie auf das gute Mannschaftsklima. Behle vertraut nicht nur seinem Spitzenmann: "Alle deutschen Langläufer wissen, was sie drauf haben, es gibt keine Ausfälle mehr."

          Wie Teichmann versuchte auch Ackermann den Überschwang etwas zu dämpfen. "Es wird auch noch spannendere Wettkämpfe geben, und den Gesamtweltcup habe ich noch längst nicht gewonnen", sagte er. Zuletzt wurde er durch eine Atemwegserkrankung behindert; er weiß nicht, wie lange seine Kraft reicht. Schwachpunkte gibt es derzeit auch in der Kombination: Junioren-Weltmeister Björn Kircheisen aus Sachsen wurde nach katastrophalen Sprungresultaten aus dem Wettkampf genommen. Und Sommer-Grand-Prix-Sieger Jens Gaiser brach nach einem Saunabesuch zusammen; der Schwarzwälder wird nun in Deutschland untersucht.

          "Ronny ist in der Form seines Lebens, er ist der wahre Leader der Kombinierer geworden. Die deutsche Überlegenheit überrascht mich nicht."

          Bundestrainer Hermann Weinbuch nach Ackermanns Doppelsieg zum Saisonauftakt in Kuusamo.

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