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Nordische Kombination : „Ausgebuffter“ Ackermann gewinnt in Ruhpolding

  • Aktualisiert am

Guter Ski, schnelle Beine: Ronny Ackermann Bild: AP

Weltcup-Spitzenreiter Ronny Ackermann hat den ersten Sprint-Weltcup der Nordisch-Kombinierten in Ruhpolding gewonnen. Der Weltmeister bezwang die Konkurrenz vor allem Dank einer starken Leistung in der Loipe.

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          Mit der Deutschland-Fahne und Handküßchen ins Publikum hat Ronny Ackermann seinen vierten Weltcup-Erfolg in dieser Saison gefeiert und seine Spitzenposition ausgebaut. Beim Sprint- Weltcup der nordischen Kombinierer in Ruhpolding war der Weltmeister aus Dermbach am Sonntag nach einer Lehrbuch-Darbietung in der Loipe einmal mehr nicht zu bezwingen und verwies den Amerikaner Todd Lodwick sowie Hannu Manninen (Finnland) auf die weiteren Plätze. Nach Platz zwei in Oberhof übernahm der Thüringer vor dem letzten Wettbewerb des Deutschland-Grand-Prix am Donnerstag in Schonach auch die Führung in dieser Wertung.

          Ackermann wußte nach dem Springen nicht so recht, ob er sich freuen soll. „Der Sprung war sicher nicht schlecht und ich bin noch gut dabei. Aber das wird heute eine Materialschlacht“, sagte der Weltmeister nach seinem Flug auf 122 m, nachdem von den Favoriten eigentlich nur der Weltcup-Dritte Lodwick mit 121,5 m mithalten konnte. „Die Spur war derartig langsam, sie hat alles aufgesaugt. Hinzu kam der Wind, der hier im Training nie so geweht hat. Jetzt sind die Techniker gefragt“, meinte Ackermann, der 1:15 Minuten Vorsprung auf seinen schärfsten Rivalen Manninen mit in den 7,5 km-Langlauf nahm.

          Ackermann schimpft über Lodwick

          Dort zeigte Ackermann eine Bilderbuch-Vorstellung. Zunächst lief er gemeinsam mit Lodwick an den nach dem Springen führenden Sergej Maslennikow (Rußland) und David Zauner (Österreich) vorbei, dann schüttelte er nach 5,3 km mit einem explosiven Zwischenspurt auch den Amerikaner ab, mit dem er sich zuvor eine Privatfehde geliefert hatte. „Ich wußte ja, daß er kaum Führungsarbeit machen wird. Aber einem ständig auf den Stöcken und Ski zu stehen und zu versuchen, mich aus dem Rhythmus zu bringen, war unfair. Aber so kenne ich ihn seit Jahren“, schimpfte Ackermann, der dann ungefährdet zum Sieg lief und als erstes seine Skitechniker in den Arm nahm: „Sie haben eine ganz saubere Arbeit geleistet. Der Ski lief bei diesen Bedingungen phänomenal“, lobte der Thüringer.

          Auch Bundestrainer Hermann Weinbuch verteilte an die Technik-Crew Komplimente. „Die Laufergebnisse der gesamten Mannschaft sind auch ein Verdienst unseres Service-Teams“, sagte Weinbuch, der besonders vom taktischen Verhalten Ackermanns angetan war. „Der ist so ausgebufft, der braucht keine Tips von außen, wann er angreifen muß“, betonte Weinbuch.

          Angefressen und bereits aller Chancen beraubt waren nach dem Springen Georg Hettich (Schonach-Rohrhardsberg) als 33. und Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt), der sich auf Rang 44 wiederfand, am Ende 29. wurde. „Der Wind hat für einen Rückschlag gesorgt, der mir für die beiden sehr Leid tut“, sagte Weinbuch und kündigte an, seine Jungs wiederaufzubauen. „Sie haben das Potenzial, immer unter den ersten Zehn zu sein. Dort müssen wir sie wieder hinbringen“, erklärte der Coach, der sich über den 13. Platz von Thorsten Schmitt (Furtwangen) freute.

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