https://www.faz.net/-gtl-9u27m

Rassismus im Eishockey : Herrische Figuren mit fragwürdiger Haltung

  • -Aktualisiert am

Zum Rücktritt gezwungen: Bill Peters, Coach der Calgary Flames Bild: AP

Die beste Eishockey-Liga der Welt hat ein Rassismus-Problem. Sie hinkt aber nicht nur, was die Integration schwarzer Spieler angeht, anderen nordamerikanischen Profiligen hinterher. Im aktuellen Fall aber reagierte die NHL erstaunlich.

          3 Min.

          Joel Ward hat seine Karriere spät gestartet. Seine Zeit als Eishockeyspieler in der nordamerikanischen Profiliga NHL begann erst mit 26 Jahren und nach einer Ochsentour durch die unterklassigen Ableger der Sportart. „Ich wusste nicht, wo ich landen und wie weit ich kommen würde“, erinnerte er sich später an die Zeit: „Aber ich wusste, ich wollte spielen und irgendwann den Stanley Cup gewinnen“. Ward, geboren und aufgewachsen in Toronto, hat dieses Ziel am Ende nicht erreicht. Aber der Sohn eines Einwanderers von der Karibikinsel Barbados hinterließ dennoch in seinen über 800 Spielen häufig einen bleibenden Eindruck.

          Besonders in den Play-offs, wenn er in entscheidenden Spielen mit seinen Toren dazu beitrug, die Gegner zu bezwingen. So wie im April 2012 für die Washington Capitals mit einem Sudden-Death-Treffer, mit dem er die Boston Bruins ausknockte. Ward ist schwarz. Was viele Bostoner Fans anschließend zu rassistischen Hasstiraden in den sozialen Medien veranlasste. Doch weil er mit solchen Attacken groß geworden war, versuchte er das Thema herunterzuspielen. „Das bringt mich überhaupt nicht aus der Fassung. Die Leute werden immer sagen, was sie sagen wollen.“

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Dubravko Mandic vergangenen Herbst in Leipzig

          Protest der AfD gegen SWR : Eine Grenze überschritten

          Nach dem „Oma-Video“ hat die AfD in Baden-Baden gegen die Öffentlich-Rechtlichen gehetzt, darunter der Politiker Dubravko Mandic. Der Auftritt könnte strafrechtliche Folgen haben.