https://www.faz.net/aktuell/sport/wintersport/nhl-alexander-owetschkin-wegen-fehlender-distanz-zu-putin-kritisiert-17846066.html

Kritik an Eishockey-Star : „Er ist ein feiger Speichellecker“

  • Aktualisiert am

Alexander Owetschkin (rechts, Bild von 2012) wird von Wladimir Putin ausgezeichnet. Bild: dpa

Alexander Owetschkin ist Russlands berühmter Eishockeyspieler und spielt in der amerikanischen NHL. Nun muss er sich nach seinen Aussagen zum Ukraine-Krieg heftige Kritik gefallen lassen.

          1 Min.

          Russlands berühmter Eishockeyspieler Alexander Owetschkin muss sich nach seinen Aussagen zum Ukraine-Krieg heftige Kritik gefallen lassen. Nicht nur nordamerikanische Medien zeigen wenig Verständnis für die Haltung des Stürmers von der NHL-Organisation Washington Capitals, zuvor hatte bereits die tschechische Torhüterlegende Dominik Hasek klare Worte gefunden.

          „Bitte, keinen Krieg mehr. Wir müssen in Frieden leben“, hatte Owetschkin zuletzt erklärt, von gezielter Kritik an Russland aber abgesehen. Er sei „kein Politiker“, sagte der 36-Jährige und meinte über Wladimir Putin: „Er ist mein Präsident.“ Er habe „Familie in Russland“, so Owetschkin. Die Lage sei „beängstigend. Wir können nichts tun.“ Die „Montreal Gazette“ ist der Auffassung, dass es „nicht wahr ist, dass Owetschkin nichts tun kann“. Das Blatt forderte den Profi auf, „seine beträchtliche Kraft einzusetzen, um den Tyrannen von seinem Sockel zu stürzen“.

          Noch deutlicher wurde das Sportblogging-Netzwerk SB Nation. „Zu sagen, dass er sich hilflos fühlt, ist ein unaufrichtiger Versuch, seine Bedeutung herunterzuspielen“, heißt es dort. Als einer der international prominentesten Athleten Russlands könne er „sich anders ausdrücken. Er hat sich dagegen entschieden.“ Owetschkin, auf dessen Instagram-Profilbild er bis heute an Putins Seite zu sehen ist, sei ein „feiger Speichellecker“.

          Zuvor hatte Hasek, in der NHL zweimaliger Stanley-Cup-Sieger, den Russen bei Instagram scharf angegriffen. Owetschkin sei ein „Lügner“ und „Hühnersch...“ stand im Post, „jeder Erwachsene in Europa weiß genau, dass Putin ein wahnsinniger Killer ist und Russland einen Offensivkrieg gegen ein freies Land und dessen Menschen führt“. Die NHL müsse die Verträge „aller russischen Spieler sofort aussetzen. Jeder Athlet repräsentiert nicht nur sich selbst und seinen Verein, sondern auch sein Land und dessen Werte und Handlungen.“

          Der renommierte Spielerberater Dan Milstein, der rund 75 Prozent aller russischen und belarussischen NHL-Profis unter Vertrag hat, warnte unterdessen vor einer Stigmatisierung. „Die Diskriminierung und der Rassismus, mit denen diese Spieler derzeit konfrontiert sind, ist bemerkenswert“, sagte Milstein in einem ESPN-Interview. Man werde „30 Jahre zurückgeworfen“, so der gebürtige Ukrainer: „Ich habe Spieler, die mich anrufen, Eltern, die mich anrufen. Sie sind besorgt, ob sie spielen können, ob sie in Sicherheit sind.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro am 7. September, dem Unabhängigkeitstag Brasiliens, auf einer Militärparade

          Wahl in Brasilien : Was passiert, wenn Bolsonaro verliert?

          Die Stimmung in Brasilien ist schon vor der Wahl am Sonntag extrem aufgeladen. Doch was, wenn Bolsonaro verliert? Droht dann ein Sturm auf das Parlament?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.