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Nach Foul in Play-offs : Staatsanwaltschaft ermittelt gegen David Wolf

„Faustkämpfe gehören dazu“: David Wolf Bild: dpa

David Wolfs Faustschläge im Play-off-Halbfinale haben Folgen: Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt ermittelt gegen den Eishockey-Nationalspieler aus Hamburg.

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          Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat ein Ermittlungsverfahrung wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen den deutschen Eishockey-Nationalspieler David Wolf eingeleitet. Das sagte Oberstaatsanwalt Wolfram Herrle der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Profi der Hamburg Freezers hatte am Dienstagabend im Play-off-Halbfinale seinen Ingolstädter Gegenspieler Benedikt Schopper mit mehreren Faustschlägen niedergeschlagen. Schopper verlor dabei sechs Zähne.

          Die Deutsche Eishockey-Liga hatte den 24 Jahre alten Wolf, der für die kommende Saison einen Vertrag bei den Calgary Flames in der nordamerikanischen Profiliga NHL unterschrieben hat, am Mittwoch für sieben Spiele gesperrt und mit einer Geldstrafe von 2100 Euro belegt.

          Wolf hatte danach in einem auf der Homepage der Freezers veröffentlichten Statement erklärt, Schopper verletzt zu haben. Zudem heißt es in der Erklärung: „Faustkämpfe gehören schon immer zum Eishockeysport dazu, gerade in den Playoffs geht es oft hoch her. (…) Jedem Eishockeyspieler ist bewusst, dass es dann auch zu Auseinandersetzungen kommen kann. Wir sind alles keine Kinder von Traurigkeit, das haben alle bisherigen Playoff-Spiele gezeigt. Ich weiß gar nicht mehr, wie oft mir in diesen Playoffs schon Kämpfe angedroht wurden. Auch von Schopper.“

          Wolf, der wie Schopper als Kandidat für die DEB-Auswahl für die in wenigen Wochen in Weißrussland beginnende Weltmeisterschaft gilt, hat sein Image als harter Profi bislang gepflegt. So sagte er in der Vergangenheit über seine Heransgehensweise ans Eishockey:  „Manchmal muss ich mir gezielt einen Gegner greifen - hinfahren, umhauen, fertig.“ Auch Freezers-Trainer Benoit Laporte hatte sich vor den Play-offs als Freund dieser Art der Auseinandersetzung auf dem Eis gezeigt. Der F.A.Z. hatte er vor Beginn der Halbfinal-Serie gegen Ingolstadt gesagt: „Wichtig für uns ist, dass er sein Arschlochverhalten auf dem Eis nicht verliert.“

          Zur Auseinandersetzung mit Schopper am Dienstag heißt es ins Wolfs Statement: „In der betreffenden Szene möchte ich festhalten, dass ich den Spieler Ficenec (dem Wolf zunächst gegenüber stand, d. Red.) zunächst gar nicht berühre. Das zeigen auch die TV-Bilder. Anschließend entferne ich mich rückwärtsfahrend aus der Situation, wobei Benedikt Schopper, der mit der Szene gar nichts zu tun hat, auf mich zukommt.“ Schopper hat sich bislang offen gehalten, ob er von seinem Nationalmannschaftkollegen Schadensersatz und Schmerzensgeld verlangen will.

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