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Eiskunstläuferin Sarah Abitbol : „Mein Körper verbrennt“

Opfer einer Trainer-Sportlerinnen-Beziehung: Sarah Abitbol wirft ihrem Trainer vor, missbraucht worden zu sein. Bild: AFP

Die Enthüllungen der früheren Eiskunstläuferin Sarah Abitbol erschüttern Frankreich. Sie bezichtigt ihren einstigen Trainer des sexuellen Missbrauchs. In anderen Sportarten werden ähnliche Vorwürfe laut.

          3 Min.

          Die enge Beziehung von Spitzensportlerinnen zu ihren Trainern ist in Frankreich wegen sexueller Missbrauchsvorwürfe ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Auslöser der jüngsten französischen „Me-too“-Debatte waren die Enthüllungen in einem Buch der früheren französischen Eiskunstläuferin Sarah Abitbol über ihren ehemaligen Trainer Gilles Beyer. „Sie waren mein Trainer, ich war gerade 15 Jahre alt, und Sie haben mich vergewaltigt“, schreibt die heute 44-jährige Abitbol in dem Buch mit dem Titel „Un si long silence“ („Ein so langes Schweigen“), das Ende Januar veröffentlicht wurde.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

          Von 1990 bis 1992, zwischen ihrem 15. und ihrem 17. Lebensjahr also, habe sich der 20 Jahre ältere Beyer mehrmals an ihr vergangen. Drei Jahrzehnte dauerte es, „um ein Wort zu finden für das, was mir passiert ist: Vergewaltigung. Und auch jetzt noch, wenn ich das sage, brenne ich, mein Körper verbrennt.“ Abitbol stand damals am Beginn einer großen Karriere, in der sie später mehrmals französische Meisterin wurde und bei Europa- und Weltmeisterschaften Medaillen gewann. Dennoch blickte sie nach eigenen Worten damals in den Abgrund. „Ich wollte Medikamente schlucken und eigentlich gar nicht mehr leben.“ Eine andere frühere Eiskunstläuferin, Hélène Godard, hat seitdem ebenfalls erklärt, von Beyer missbraucht worden zu sein – mit 13 Jahren.

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