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Shiffrin-Show in Nordamerika : Wetterchaos, Bestmarken und Tränen

  • Aktualisiert am

US-Skistar Mikaela Shiffrin nach ihrem Sieg in Killington Bild: AFP

Lena Dürr und Romed Baumann fahren in Nordamerika in die Top 6. Doch das größte Ausrufezeichen setzt Mikaela Shiffrin. Sie schlägt Dauerrivalin Petra Vlhova und egalisiert eine historische Marke.

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          Am Ende konnte sie ihre Tränen nicht mehr zurückhalten. Vor ihrem frenetisch jubelnden Heimpublikum in Killington riss US-Skistar Mikaela Shiffrin die Arme in die Luft. Ihre lauten Freudenschreie ließen sich unter dem tosenden Applaus nur erahnen. „Es war ein großer Kampf. Ich habe die Zuschauer gehört“, sagte Shiffrin nach ihrem fünften Heimerfolg. Hunderte Fans hatten sie im zweiten Durchgang die Piste hinab, und von Platz zwei an die Spitze gepeitscht. Gesamtweltcupsiegerin Petra Vlhova aus der Slowakei hatte das Nachsehen.

          Der Triumph ihrer Lokalheldin war für die Ski-Fans ein versöhnliches Ende nach einem wetterbedingt chaotischen Ski-Wochenende in Nordamerika. Der Riesenslalom in Killington wurde abgesagt, ebenso die Abfahrt und der Super-G der Herren im kanadischen Lake Louise. Schnee, Wind und dicke Nebelfetzen hatten faire Rennen unmöglich gemacht. Immerhin zwei der fünf Wettkämpfe fanden statt – und die deutschen Ski-Asse machten abermals auf sich aufmerksam.

          Allen voran Technik-Spezialistin Lena Dürr. Die Münchnerin verpasste zwar ihr drittes Podium in Folge, bestätigte mit Rang fünf aber ihre starke Form in diesem Olympia-Winter. „Es macht so viel Spaß momentan. Es war wieder wie ein Traum“, sagte Dürr. Zuletzt hatte die 30-Jährige mit zwei dritten Plätzen in Levi für Furore gesorgt.

          Speed: Baumann schafft Olympia-Quali

          Rund 4000 Kilometer weiter westlich strahlte auch Romed Baumann. Beim Speed-Auftakt im kanadischen Lake Louise bejubelte der gebürtige Tiroler, der mittlerweile für den Deutschen Skiverband startet, einen starken sechsten Platz und die geschaffte Olympia-Quali. Landsmann Andreas Sander schüttelte hingegen enttäuscht den Kopf.

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          „Wir sind ein bisschen hin und hergerissen. Der Romed ist gut gefahren, aber der Andi hat sich sicherlich mehr versprochen als den 20. Platz“, resümierte Alpinchef Wolfgang Maier. Die Erwartungen an die zwei Vize-Weltmeister sind nach den guten Ergebnissen aus dem Vorwinter hoch. Josef Ferstl (19.), Dominik Schwaiger (23.) und Simon Jocher (30.) fuhren beim Sieg des Österreichern Matthias Mayer ebenfalls in die Punkteränge.

          „Ich weiß wirklich nicht, ob ich noch schneller fahren kann“

          Doch trotz Wetterchaos, abgesagten Rennen und kleinen deutschen Erfolgen stand Mikaela Shiffrin am Ende eines kräftezehrenden Rennwochenendes wieder einmal im Fokus. „Mehr Show geht fast nicht. Ich weiß wirklich nicht, ob ich noch schneller fahren kann“, sagte die überglückliche Siegerin.

          Die langjährige Ski-Dominatorin gewann ihren insgesamt 71. Weltcup-Titel, den 46. allein im Slalom. Damit zog die 26-Jährige mit dem schwedischen Altmeister Ingemar Stenmark gleich. Stenmark feierte ebenfalls 46 Erfolge in einer Disziplin – dem Riesentorlauf. „Jede Athletin hat diese Rekorde gerne neben ihrem Namen“, gab eine sichtlich stolze Shiffrin zu.

          Schon in wenigen Tagen geht die US-Tour für die Skifahrer in Lake Louise und Beaver Creek weiter. Dann wollen auch die übrigen Deutschen um Andrea Filser, Emma Aicher und Marlene Schmotz wieder angreifen. Die drei DSV-Athletinnen hatten in Killington die Top 30 verpasst.

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