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Biathlon-WM in Oslo : Wieder keine Medaille für die deutschen Herren

  • Aktualisiert am

Martin Fourcade ist bei der Biathlon-WM bislang nicht aufzuhalten Bild: Reuters

Auch im Verfolgungsrennen bei der WM in Oslo sind die deutschen Biathlon-Herren leer ausgegangen. Beim nächsten Sieg des Franzosen Fourcade landet Erik Lesser als bester Deutscher auf Rang sieben.

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          Simon Schempp droht bei der Biathlon-Weltmeisterschaft die Rolle als großer Verlierer. Weder im Sprint noch in der Verfolgung hat es der vor den Titelkämpfen in Oslo so hochgehandelte Schwabe auf das Podest geschafft. Martin Fourcade feierte am Sonntag mit der französischen Fahne in der Hand schon vor dem Zieleinlauf seinen dritten Sieg im dritten WM-Rennen und sicherte sich nebenbei den Gesamtweltcup. Der bereits 42 Jahre alte Ole Einar Bjørndalen wurde nach seiner zweiten Silbermedaille von seinen Landsleuten am legendären Holmenkollen mit Ovationen bedacht.

          Schempp blieben nur Frust und Kampfansagen für die nächsten WM-Rennen. „Ich habe mir mehr vorgenommen. Es ging eher nach hintern los, ich bin schon enttäuscht“, sagte der 27-Jährige. „Aber es kommen noch Chancen, hoffentlich kann ich die nutzen.“ Als Siebter bester deutscher Skijäger im Jagdrennen war Erik Lesser. Der letztjährige Verfolgungsweltmeister vergab die durchaus mögliche Medaille genau wie Arnd Peiffer mit zwei Fehlern beim letzten Schießen.

          „Jetzt kann das normale Leben wieder losgehen“

          „Ich musste am Schießstand noch etwas versuchen“, sagte der Thüringer. „Ich bin trotzdem mit meinem Rennen zufrieden. Ich habe mich als Titelverteidiger noch einmal gut in Szene gesetzt“, fand Lesser, der von Platz 19 losgelaufen war. „Ich habe es noch einmal genossen, jetzt kann das normale Leben wieder losgehen.“ Verschlechtert im Verfolgungsrennen hatte sich dagegen Peiffer. Er war als Siebter losgelaufen und kam nach den 12,5 Kilometern nach insgesamt drei Strafrunden auf Platz 13 ins Ziel.

          Um zehn Plätze rutschte Schempp ab. Nach vier Strafrunden wurde er lediglich 18. Benedikt Doll beendete das Rennen nach sechs Schießfehlern auf Platz 39. Nach vier Weltcup-Siegen im Vorfeld wurde Schempp als großer Fourcade-Herausforderer gehandelt. Nun muss er sehen, dass er die Enttäuschung schnellstmöglich verarbeitet. Silber mit der Mixed-Staffel ist bislang eher ein schwacher Trost für den Uhinger.

          Im Sprint-Wettkampf am Samstag beim Sieg von Fourcade vor Bjørndalen (beide fehlerfrei) kostete Schempp ein Fehlschuss das Podest. Doch damit nicht genug, der Schwabe stolperte kurz vor dem Ziel und stürzte. „Die Platzierung ist nicht so verkehrt, aber der Zieleinlauf trübt einiges. Ich bin schon traurig, dass so etwas passiert ist“, sagte er. Schempp hatte auf der Schlussrunde alles gegeben, verhakte sich mit seinen Skistöcken und ging deshalb zu Boden. „Ich ärgere mich gewaltig über mich selbst.“

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