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Neues Team, neues Glück : Auf das, was da noch kommt

  • -Aktualisiert am

Neue Nation gefunden: Romed Baumann, das „Piefke-Zebra“. Bild: dpa

Der Zweifel nagt, nicht mehr gebraucht zu werden. Und die Fakten sprechen auch dagegen. Warum nicht etwas Neues wagen? Ein neuer Verein, eine neue Nation? Alles möglich. Es kommt auf den Versuch an.

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          Erst Weihnachten, dann Silvester, drumherum nicht viel los. „Zwischen den Jahren“, Tage der Dunkelheit, Phase des Innehaltens, der Besinnung, aber auch des Neuanfangs. Warum nicht noch mal was anderes probieren? „Auf das, was da noch kommt“, singen Max Giesinger und Lotte im Radio, mutmachend, bevor die Zweifel den Stillstand ablösen: „Es bringt uns alles ein Stück weiter.“ Dachte sich wohl auch Mario Mandzukic. Also verkündete der Kroate, einst beim FC Bayern sturmerprobt, am Heiligen Abend die für ihn frohe Botschaft, dass er seine „alte Dame“ verlässt und einen neuen Hafen ansteuert: Al-Duhail in Qatar statt Juventus Turin.

          Männer in mittleren Jahren – das ist ja noch mal ein spezielles Thema. Sportler altern schneller, Fußballer sowieso: Eben noch Weltmeisterschaftszweiter, plötzlich Bankdrücker. Und das mit 33.

          Romed Baumann ist ebenfalls 33. Und er hat nicht nur den Verein gewechselt, sondern gleich die Nation. Tritt seit dieser Saison für Deutschland an, weil er für Österreich nicht mehr schnell genug ist. Bei der Beschreibung wird gleich klar: Fußballer kann er nicht sein – er ist Skiläufer. Einst gewann Baumann sogar Medaillen für das Land der Berge. 2013 Bronze in der Super-Kombination, 2011 Silber mit der Mannschaft. Doch nun wurde er nach 279 Weltcuprennen aussortiert. Zu viel junge Konkurrenz, und immer noch maximal acht Startplätze für die Österreicher – da gab es keinen Platz mehr für ihn. „Mutig in die neuen Zeiten“, appelliert die Bundeshymne an seine Söhne.

          Neuen Verein gefunden: Mario Mandzukic zieht es weg aus Turin.

          Warum nicht jenseits der Grenze? Da passte es prima, und es war auch kein Scherz, dass der Romed grad am 1. April seine Freundin geheiratet hat, die Vroni, die zufällig Deutsche ist. Und schon war der Vater zweier Töchter Doppelstaatsbürger. Und weil die junge Familie auch noch in Kiefersfelden wohnt, war man mit dem kleinen Grenzverkehr längst bestens vertraut. Was lag also näher, als sich beim deutschen Abfahrtsteam zu bewerben? Zu dem gehören zwar zwei Kitzbühel-Sieger, der Dreßen Thomas und der Ferstl Josef, es kann aber nie und nimmer seine acht Startplätze ausschöpfen.

          Der deutsche Alpin-Direktor Wolfgang Maier stand dem Neuzugang anfangs skeptisch gegenüber, da er diplomatische Verwicklungen fürchtete, doch bis auf ein bisschen Spott von österreichischen Boulevardblättern kam da nichts. „Piefke-Zebra“ nannten sie den Neudeutschen in Anspielung auf die alte „Piefke-Saga“ und den gestreiften deutschen Rennanzug.

          „Und wenn ich da nicht ankomm‘, bin ich zumindest aufm Weg“, singen Lotte und Max Giesinger über das Glück des Neustarts. Doch Baumann sah bei seiner Zebra-Premiere sogar das Ziel, leidlich erfolgreich, mit Position 15 in Lake Louise. Danach musste er nur zweimal hingucken, weil ihn die vermeintlich falsche Flagge hinter seinem Namen irritierte.

          An diesem Wochenende in Bormio startet Baumann nun in zwei Abfahrten und der Kombination – vielversprechend, denn in dieser Disziplin gelangen ihm einst sogar zwei Weltcup-Siege. Teamkollege Ferstl hat ihm dazu auch gleich noch einen neuen Namen verpasst: Roman statt Romed. Könnte der Beginn einer guten Geschichte sein. Für Baumann. Und vielleicht, etwas anders, auch für Mandzukic.

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