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DEL vor improvisierter Saison : Eishockey erfindet sich neu

Pinguine unter sich: Das deutsche Klub-Eishockey meldet sich aus der Versenkung zurück. Bild: dpa

Das Klub-Eishockey meldet sich aus der Versenkung zurück. Die DEL steht vor einer verkürzten Saison und denkt „ohne Tabus“ über Veränderungen nach. Auch die NHL plant den Neustart.

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          Ein Anfang ist gemacht: Mit dem Sieg der Fischtown Pinguins aus Bremerhaven gegen die Krefeld Pinguine meldete sich das deutsche Klub-Eishockey aus der Versenkung zurück. Rund acht Monate nach dem Saisonabbruch wegen der Coronavirus-Pandemie setzte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Popiesch in der Gruppe A beim Magenta-Sport-Cup vor leeren Rängen in der heimischen Eisarena 3:1 (0:0, 1:1, 2:0) gegen die Rheinländer durch.

          Marc Heinrich
          Sportredakteur.

          Acht der 14 DEL-Vereine nehmen am vierwöchigen Vorbereitungsturnier für den möglichen Saisonauftakt im Dezember teil. Am Donnerstagabend stand zum Start der Gruppe B das Prestigeduell zwischen dem achtmaligen Meister Adler Mannheim und Branchenkrösus EHC Red Bull München auf dem Programm, das die Münchner mit 3:2 für sich entschieden.

          Gernot Tripcke, der Geschäftsführer der Deutschen Eishockey Liga, kündigte zum Auftakt der Veranstaltung an, dass „wir hoffen, dass wir vor Weihnachten in die Saison starten können“. Bei einer Sitzung der Gesellschafter am 19. November solle es „keine Tabus“ in den Gesprächen geben. Eine verkürzte Spielzeit sei sehr wahrscheinlich. Um die Reisetätigkeit einzuschränken ist es zudem eine Option, die Mannschaften in eine Nord- und eine Süd-Gruppe einzuteilen. „Wir haben verschiedene Modi ausgearbeitet“, sagte Tripcke und wies darauf hin, dass auch ein möglicher Beschluss am kommenden Donnerstag nicht endgültig sein könnte: „Wir müssen viel improvisieren.“

          Umstrukturierungen in der NHL

          Derweil teilten auch die Verantwortlichen der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL mit, dass sie in Anbetracht der angespannten Lage mit Umstrukturierungen planen. Demnach soll die Spielzeit nicht durchgängig in sogenannten „Bubbles“ stattfinden, dafür könnte immer jeweils zehn bis zwölf Tage lang in einer Arena gespielt werden, wie Commissioner Gary Bettman sagte: „Man spielt ein paar Spiele ohne zu reisen, dann geht’s zurück, nach Hause für eine Woche, zu den Familien.“ Zudem werde ebenso überlegt, die Divisionen geografisch anzupassen, um Reisen zu verringern; denkbar ist eine rein kanadische Gruppe und Gruppen, deren Teams ausschließlich aus den Vereinigten Staaten stammen.

          Die NHL hofft nach wie vor auf einen Saisonstart am 1. Januar. Die vorige Saison hatte die Liga nach einer mehr als viermonatigen Corona-Unterbrechung in zwei abgeschotteten Blasen in den Städten Edmonton und Toronto abgeschlossen.

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