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Biathlon-WM : Laura Dahlmeier kommt sieben Sekunden zu spät

Es sollte diesmal nicht sein: Laura Dahlmeier Bild: dpa

Erstmals nach 13 WM-Rennen geht Laura Dahlmeier leer aus: Über 15 Kilometern ist sie als Vierte am Ende knapp zu langsam für das Podest. In Östersund ist vor allem eine Einheimische schneller.

          Der Einzelwettkampf gilt im Biathlon als der Wettbewerb mit den meisten Überraschungen. Wer hätte bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang etwa auf die Schwedin Hanna Öberg gesetzt? Nicht einmal sie selbst. Olympiasiegerin wurde sie dennoch. Und trotz der bisherigen Medaillen-Flaute der Schweden bei ihrer Heim-Weltmeisterschaft hat die 23-Jährige schon vor den 15-Kilometern mit vier Schießeinlagen selbstbewusst angekündigt: „Warum soll ich das am Dienstag nicht wiederholen können?“

          Das klang reichlich vollmundig. Aber die Frau hat Wort gehalten. 20 Schuss, 20 Treffer, und dann brüllten die schwedischen Zuschauer in der Biathlon-Arena von Östersund, was die Lungen hergaben, und Wolfgang Pichler, der deutsche Trainer des Team Sweden, schrie seine Athletin aus Leibeskräften den letzten Anstieg hinauf. Als Hanna Öberg im Ziel war, hob sie die Arme. Sie hat dem großen Druck standgehalten: „Deshalb bin ich wirklich stolz auf mich“, sagte die Frau aus Östersund. Die Italienerin Lisa Vittozzi, Spitzenreiterin im Gesamt-Weltcup, wurde Zweite, Rang drei ging an die Französin Justine Braisaz.

          Titelverteidigerin Laura Dahlmeier kam diesmal sieben Sekunden zu spät. So etwas nennt man den undankbaren vierten Platz. „Es war ein gutes Rennen, aber kein sehr gutes“, befand sie. „Mit dem einen Fehler beim Schießen war es eine sehr solide Vorstellung. Im Endeffekt sind es nur sieben Sekunden aufs Podium.“ Es war der erste Frauen-Wettbewerb ohne deutsche Medaille bei dieser WM und bedeutete für Dahlmeier zugleich das Ende einer eindrucksvollen Serie, die 2015 in Kontiolahti begonnen hat.

          Seitdem hat die 25 Jahre alte Olympiasiegerin aus Garmisch-Partenkirchen bei Weltmeisterschaften 13 Medaillen in Folge gewonnen. Nummer 14 hat sie knapp verfehlt. „Ich muss damit leben“, sagte Laura Dahlmeier. „Aber ich bin ja nicht hier, um eine Reihe zu vollenden.“ Weg vom Schuss waren am Dienstag die anderen deutschen Skijägerinnen: Vanessa Hinz landete mit zwei Strafminuten auf Platz 19, Franziska Hildebrand schoss dreimal daneben und kam auf Rang 31, Franziska Preuß blieb nach vier Fahrkarten nur Position 38.

          Der Klassiker im Biathlon ist der einzige Wettbewerb, in dem der Schießstand tatsächlich die entscheidende Rolle spielt. Da sind die Präzisionsschützinnen gefragt, die ruhig und kontrolliert jeden Schuss abarbeiten. Eigentlich wie gemacht für Laura Dahlmeier, die in Östersund bei ihren Bronzemedaillen im Sprint und in der Verfolgung 29 von 30 Schüssen ins Schwarze gesetzt hat – eine beeindruckende Bilanz und ein Beleg für ihre mentale Stärke. Im Einzel knüpfte sie genau dort an. Scheibe um Scheibe fiel – bis zum 13. Schuss, der knapp das Ziel verfehlte.

          Es blieb die einzige Strafminute, aber die siebenmalige Weltmeisterin ist nach ihrer Erkältung noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Obwohl sie davon sprach, „keine Beeinträchtigung während des Rennens gespürt“ zu haben. Aber sie erlaubte sich dann doch noch einen Hinweis in eigner Sache: „Ich möchte nicht sagen, dass es sinnvoll ist, krank Rennen zu laufen, aber irgendwie hat es bei mir funktioniert.“ Deutlich beeindruckender aber war der Auftritt von Hanna Öberg, die den Dienstag für die schwedischen Biathlonfans zum Feiertag werden ließ. Genau die richtige Antwort auf all die Kritik, die vorher auf das Team aus Sverige eingeprasselt war.

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