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Laura Dahlmeier : Treppchen nach den Tränen

Laura Dahlmeier zeigt ihre Medaillen. Die nun siebenmalige Weltmeisterin gewann Gold in der Verfolgung, im Einzel, Massenstart, der Damen- und Mixed-Staffel sowie Silber im Sprint. (Archivbild) Bild: dpa

Am Sonntag ist Laura Dahlmeier zur „Sportlerin des Jahres 2017“ gekürt worden. Wirft man einen Blick auf ihre Erfolge, erscheint die Ernennung mehr als verdient – trotz Startschwierigkeiten in dieser Saison.

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          Das war noch einmal ein richtig stressiger letzter Arbeitstag für Laura Dahlmeier. Erst harte 12,5 Kilometer im Neuschnee mit vier Schießeinlagen gegen die derzeit 29 besten Biathletinnen der Welt, dann nach Platz drei im Massenstart eine kurze Stippvisite auf dem Treppchen vor 17.000 Zuschauern in Le Grand-Bornand, anschließend in aller Eile auf den knapp 500 Kilometer langen Weg vom Osten Frankreichs nach Baden-Baden, wo am Abend im Kurhaus die Ehrung zur Sportlerin des Jahres anstand. Und dass Laura Dahlmeier da tatsächlich zur „Sportlerin des Jahres 2017“ gewählt wurde, kam nicht wirklich überraschend. Die 24 Jahre alte Partenkirchenerin hat schließlich im vergangenen Winter bei der Weltmeisterschaft im Tiroler Bergdorf Hochfilzen Historisches vollbracht. In fünf von sechs Wettbewerben war sie nicht zu schlagen, nur im Sprint musste sie sich mit Silber zufriedengeben.

          Mit einer solch hochwertigen Medaillensammlung ist noch kein anderer Biathlet von einer WM heimgekehrt, auch kein Ole Einar Björndalen, auch kein Martin Fourcade. „Wanns laaft, dann laafts“, hat Laura Dahlmeier damals mit den Worten ihrer Oma gesagt. Aber da lief noch mehr. Vom Weltcup-Finale in Oslo brachte sie Mitte März die große Kristallkugel für den Sieg im Gesamt-Weltcup mit, für sie persönlich die wertvollste Trophäe, sowie die beiden kleinen Kristallkugeln für die beste Verfolgerin und die erfolgreichste Einzel-Kämpferin. Eine Bilanz, die kaum zu toppen ist.

          Dass es für die Erfolge der Vergangenheit in der Gegenwart aber keinen Bonus gibt, hat Laura Dahlmeier bei ihrem krankheitsbedingt verspäteten Einstieg in die Olympiasaison zu spüren bekommen. Es lief zäh bei der Rückkehr nach Hochfilzen, es flossen sogar ein paar Tränen. Das ist fast schon wieder vergessen. Denn in Le Grand-Bornand bot sich wieder das gewohnte Bild: Dahlmeier auf dem Treppchen. Mal auf Stufe zwei, wie am Donnerstag im Sprint, mal als strahlende Siegerin wie am Samstag in der Verfolgung.

          Und am Sonntag dann zur Abrundung der dritte Platz im Massenstart, hinter der umjubelten Französin Justine Braisaz und Iryna Krjuko aus Weißrussland. „3, 2, 1 – top. Ich merke, dass ich läuferisch immer besser in Schwung komme“, lautete das Fazit der Bayerin nach der Weltcupwoche in Haute Savoie, die auch Denise Herrmann in guter Erinnerung behalten wird – selbst wenn die Langlauf-Umsteigerin am Sonntag beim ersten Weltcup-Massenstart ihrer Karriere bis zum letzten Schießen auf Siegkurs lag und nach drei Fehlern doch nur Zwölfte wurde. Mit zwei fünften Plätzen in Frankreich unterstrich die Sächsin, dass ihre beiden Weltcupsiege zu Saisonanfang alles andere als glückliche Fügungen waren.

          Beeindruckend waren am Sonntag auch die vier tadellosen Schnellfeuereinlagen von Erik Lesser, was dem Thüringer samt guter Laufleistung Platz drei im Massenstart einbrachte. Da hatte auch Frankreichs Biathlon-König Martin Fourcade endlich seinen ganz großen Auftritt. Nachdem er bei seinem Heimspiel im Sprint und in der Verfolgung dem Norweger Johannes Thingnes Bö chancenlos hinterhergelaufen war, drehte er im Massenstart den Spieß um. Jetzt steht für alle erst einmal die Weihnachtspause an. Und Laura Dahlmeier freut sich schon auf ein paar ruhige Tage samt Auszeit in den heimischen Bergen. „Ich habe ganz schön schwere Beine. Die Pause hab ich mir verdient.“

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