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Laura Gimmler bei Heim-WM : Vom Tannenbaum ins Halbfinale

  • Aktualisiert am

Laura Gimmler: Top-Ten-Platz bei der Heim-WM Bild: dpa

Lokalmatadorin Laura Gimmler erfüllt sich beim frühlingshaften WM-Auftakt in Oberstdorf einen Kindheitstraum im Skilanglauf-Sprint. Die ersten Titel gehen nach Skandinavien.

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          Laura Gimmler strahlte mit der Oberstdorfer Wintersonne um die Wette: Bei der WM 2005 hatte sie in ihrem Heimatort bei der Eröffnungsfeier noch als Tannenbaum verkleidet mitgespielt, 16 Jahre später bescherte sie dem deutschen Skilanglauf-Team als Hauptdarstellerin einen starken Start in die Heim-Titelkämpfe. „Es war ein Kindheitstraum, hier dabei zu sein. Platz zehn heute ist das Sahnehäubchen“, sagte die 27-Jährige erschöpft und überglücklich nach der Entscheidung im Klassiksprint.

          Während bei frühlingshaften Temperaturen und angesichts der Corona-Pandemie vor leeren Rängen Norwegens Superstar Johannes Hösflot Kläbo und ein wenig überraschend die Schwedin Jonna Sundling die ersten Titel der 53. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften gewannen, sorgte Lokalmatadorin Gimmler für einen durchaus vielversprechenden Start des deutschen Loipen-Teams, auch wenn sie im Halbfinale ausschied.

          „Ich bin unglaublich erleichtert und gerührt, dass es alles so aufgegangen ist, dass ich es daheim so umsetzen konnte“, sagte Gimmler, die seit ihrem Debüt 2015 nur dreimal im Weltcup unter die Top Ten gelaufen war: „Ich war heute morgen so aufgeregt, und jetzt fällt alles von mir ab. Der Winter war sehr schwer für mich, aber jetzt habe ich meine Topform zur WM - so soll es sein.“ Das fand auch Bundestrainer Peter Schlickenrieder: „Laura hat gezeigt, was möglich ist, wenn man an sich glaubt. Das gefällt mir.“  

          Laura Gimmler war letztlich sogar ganz froh, dass die Ränge wegen der Pandemie nur mit „Papplikum besetzt war: „Ich weiß nicht, ob ich es so gut hätte umsetzen können, wenn das Stadion brechend voll gewesen wäre, das wäre noch einmal eine andere Nummer für die Psyche gewesen.“ In Gedanken hätten Familie und Freunde sie aber unterstützt: „Irgendwie sind sie schon dabei, sitzen nicht weit weg am Fernsehen oder hocken im Papplikum“.

          Im Finale der Männer verteidigte Kläbo als erster Langläufer seinen Sprint-Titel erfolgreich und führte einen norwegischen Dreifachsieg vor Erik Valnes sowie Haavard Solaas Taugböl an. Für den 24 Jahre alten Olympiasieger Kläbo war es der insgesamt vierte WM-Titel. „Ich war ungemein aufgeregt. Es war eine seltsame Saison mit nur wenigen Rennen für mich“, sagte Kläbo.  Die 26 Jahre alte Sundling, die nie zuvor eine WM-Medaille gewonnen hatte, setzte sich vor Titelverteidigerin Maiken Caspersen Falla durch und brach damit nach zehn Jahren die Sprint-Vorherrschaft der Norwegerinnen bei Weltmeisterschaften.

          Falla, Weltmeisterin 2017 und 2019, holte ihre siebte Sprintmedaille bei einem Großereignis in Serie, verpasste es aber, mit den drei WM-Siegen ihrer großen Landsfrau Marit Björgen (2011 bis 2015) gleichzuziehen. 

          Die weiteren Deutschen zeigten solide Leistungen. Sofie Krehl und Katharina Hennig erreichten immerhin das Viertelfinale. „Ich habe mein Ziel aber erfüllt“, sagte Hennig. Die starken Strecken für die beste deutsche Langläuferin kommen aber noch. Bei den Männern erreichte nur Janosch Brugger das Viertelfinale. 

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