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Wintersport und Klimawandel : Darum ist Spitzensport eine Umweltsünde

Restschnee vom Frühjahr: Von der Resterhöhe in den Kitzbüheler Alpen zieht sich schon im viel zu warmen Oktober ein dünnes weißes Band für die Skifahrer ins Tal. Aber warum nur? Bild: Picture-Alliance

Den alpinen Skisport trifft die Klimaveränderung mehr als alle anderen Wintersportarten. Und der „CO2-Fußabdruck“ eines jeden Athleten ist immens. Dazu kommt das fragwürdige Verhalten von Sportverbänden.

          6 Min.

          Sölden im Oktober 2019: Die alpine Ski-Elite trifft sich zum Weltcup-Auftakt im Riesenslalom am Rettenbachferner. „Ob ich glaube, dass sich das Klima gewandelt hat?“, fragt Ted Ligety und macht ein Gesicht, das völliges Unverständnis ausdrückt. „Natürlich“, sagt er. „Es ist Fakt.“ Und es sei sogar absolut erstaunlich, wie sehr sich das Klima geändert habe. Hier oben, 3350 Meter über dem Meer, ist der Wandel im Spätherbst so augenscheinlich, dass Ligety sich am falschen Ort wähnt. „Der Gletscher hat sich komplett verändert“, sagt der 35-jährige Amerikaner, der seit eineinhalb Jahrzehnten in Sölden Skirennen fährt und sich mittlerweile an eine „Mondlandschaft“ erinnert fühlt, wenn er herkommt: „Ich kann kaum glauben, dass es noch derselbe Berg ist.“

          Ligety ist ein Routinier im globalen Ski-Zirkus, debütierte 2003 im Weltcup. Geboren 1984 in Salt Lake City im amerikanischen Bundesstaat Utah, in jener Nation, deren Präsident den Wandel leugnet und diejenigen lächerlich macht, die sich um das Weltklima sorgen. „Ich habe sein Ohr nicht“, sagt Ligety. Er bedauere es, nicht zum Präsidenten vordringen zu können. Dabei ist der verwegene Skifahrer ein echter amerikanischer Held. Schon bei den Olympischen Spielen 2002 wirkte der damals junge Ted in seinem Heimatort als Vorläufer mit. Später wurde er zweimal Olympiasieger, fünfmal Weltmeister, fünfmal gewann er den Riesenslalom-Weltcup. Nach Sölden kommt er nicht ungern – immerhin siegte er hier viermal, zuletzt 2015. Doch diesen Winter treiben den Amerikaner Gedanken um, dass nicht nur seine besten Jahre vorbei sein könnten, sondern auch die des alpinen Skifahrens.

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