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Skispringen in Willingen : „Wahnsinn! Das ging ab wie Schnitzel“

  • Aktualisiert am

„Es war großartig“: Karl Geiger gewinnt den Weltcup in Willingen. Bild: dpa

Einen besseren Zeitpunkt als vor der WM gibt es kaum: Skispringer Karl Geiger gewinnt den Weltcup in Willingen. Mit einem Fabelsprung distanziert er sogar die Weltklasse-Konkurrenz.

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          Karl Geiger stieß einen Urschrei aus, dann ließ er sich von der tobenden Menge aus 23 500 Zuschauern feiern. Der 26 Jahre alte Skispringer hat beim Weltcup in Willingen am Samstag seinen zweiten Einzel-Sieg gefeiert und mit einem Fabelsprung auf 150,5 Meter sogar die Weltklasse-Adler Kamil Stoch und Ryoyu Kobayashi abgehängt. „Wahnsinn! Das ging ab wie Schnitzel unten rein. Es war großartig“, sagte Geiger direkt im Anschluss voller Adrenalin. Geschlaucht und gerührt sang der Bayer später auf der höchsten Stufe des Podiums die deutsche Hymne mit.

          Wenige Tage vor dem WM-Start in Seefeld (19. Februar bis 3. März) hat Geiger mit seinem Sieg ein Ausrufezeichen gesetzt und seine aufsteigende Form unter Beweis gestellt. „Ich freue mich riesig über seine Performance. Heute kamen die Sprünge wie aus einem Guss“, lobte Bundestrainer Werner Schuster, der von seinem Schützling in diesem Winter schon alle Extreme gesehen hat. Der Pole Stoch (144,5 und 144,5 Meter) sowie der Japaner Kobayashi (144,5 und 143 Meter) hatten am Samstag in der Party-Kulisse im Upland das Nachsehen.

          Geiger hatte mit 142 Metern im ersten Durchgang die Grundlage gelegt und mit seinem „Hammersprung“ (Teamkollege Andreas Wellinger) im Finale für den Sieg gesorgt. Völlig losgelöst schwang der Bayer noch vor den Sprüngen seiner beiden Rivalen Stoch und Kobayashi mit den Fäusten durch die Luft und ließ sich feiern. „Ich war entschlossen, ich habe es durchgezogen. Auf einmal ist es geflogen“, sagte Geiger nach dem bisher weitesten Flug des Wochenendes.

          Auch der Vorjahres-Gesamtzweite Richard Freitag bestätigte als Sechster seinen Aufwärtstrend. Der Sachse (144 und 140 Meter) scheint genau rechtzeitig zu den Titelkämpfen in Tirol wieder in Form zu kommen. „Das war schon viel wert heute. Bis hierher hat sich das Wochenende auf jeden Fall ausgezahlt“, sagte Freitag, der in diesem Winter seine Top-Leistungen noch nicht abrief, im ZDF. Schlechter lief es bei Stephan Leyhe (35.) und Markus Eisenbichler (36.), die auf der größten Großschanze der Welt einen schlechten Tag erwischten. „Die sind morgen auch wieder back on top“, prophezeite Geiger.

          Er genoss das Bad in der Menge noch bis lange nach dem Finale. Als er nach der Siegerehrung vom Podest Richtung Auslauf ging, stimmte Trainer Schuster eine Laola-Welle für seinen Athleten an. „Unglaublicher Wettkampf, unglaubliche Stimmung. Es ist genial“, befand Geiger. Er ist in diesem Winter bislang der einzige deutsche Siegspringer, der Tournee-Zweite Eisenbichler schrammte bei mehreren Wettkämpfen immer wieder an der obersten Podeststufe vorbei. Ruft Geiger am Sonntag eine ähnliche Leistung ab, winkt ihm ein Sieger-Scheck über 25.000 Euro.

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