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Super-G-Sieg auf der Streif : Endlich eine goldene Gams für Josef Ferstl

  • -Aktualisiert am

Topfavorit Dominik Paris aus Italien, Sieger der Abfahrt vom Freitag, rauschte mit Startnummer 15 und einer Zehntel zu viel über die Linie: Platz drei. Ferstl schlug wieder und wieder die Hände über dem Kopf zusammen. Irgendwann zog er sich dann doch einmal eine dicke Jacke über. Er war eine Freude, ihm bei seiner Freude zuzuschauen, und nach und nach wurde seine Gewissheit größer, sein Strahlen breiter, als ihm dämmerte: Es könnte reichen zum ersten deutschen Sieg bei einem Super-G in Kitzbühel. Es wird reichen. Es reicht. Nur einmal noch wurde es richtig eng. Dem Franzosen Johan Clarey fehlen nach 2150 Metern rasender Fahrt ganze acht Hundertstelsekunden auf den Führenden: Platz zwei.

„Es scheint so, als ob Kitzbühel den Deutschen liegt“, rief Thomas Dreßen unterdessen ins Stadionmikrophon. Der wegen seines Kreuzbandrisses fehlende Teamkollege von Josef Ferstl zeigte sich völlig aus dem Häuschen, die Stimme des Emotionsmenschen war deutlich angekratzt, als er mehr brüllte als sagte: „Ich freu‘ mich brutal für ihn.“ Auf die Frage, ob er als Streif-Sieger des Vorjahres sachdienliche Tipps gegeben habe, wurde er aber doch noch mal ernst: „Der Peppi weiß schon selbst, wie das geht. Der kriegt das alleine hin.“ Und dann fiel er seinem Kumpel erst mal um den Hals. Der „Peppi“ selbst war „super happy“, baute sich aber noch ein emotionales Hintertürchen ein: „Egal wie es jetzt noch ausgeht.“

Es sollte nichts mehr dazwischen kommen. Ferstl gewann den Alpin-Krimi vor Clarey und Paris. Auch „weil das Licht bei mir ein bisschen besser war“, wie er fair einräumte. Wie knapp es war, zeigt der Blick in die Ergebnisliste: Die ersten Sechs lagen keine zwei Zehntel auseinander, die ersten Zehn binnen einer halben Sekunde. Dominik Schwaiger, mit der hohen Startnummer 53 ins Rennen gegangen, kam als zweitbester Deutscher mit 0,53 Sekunden auf den zwölften Rang.

Stolzer Sieger in Kitzbühel: Josef Ferstl gewinnt auf der Streif.
Stolzer Sieger in Kitzbühel: Josef Ferstl gewinnt auf der Streif. : Bild: EPA

Völlig ergriffen hatte auch Ferstl Senior des Rennen seines Sohnes im Zielraum erlebt. Der 64-Jährige erinnerte sich im ORF daran, wie er mit dem kleinen Peppi, „da war er noch so ein Stopfen“, zum ersten Mal über die Hausbergkante gehüpft war. Und der Junior bestätigte, der Hahnenkamm sei für ihn wie ein Wohnzimmer. Als Sechsjähriger habe ihn der Vater zum ersten Mal „gezwungen“, da runter zu fahren. Und auch später sei er „oft mit dem Papa“ hier gewesen. Dass er ein potentieller Siegfahrer sein könnte, hatte Josef Ferstl schon im vorherigen Winter gezeigt, als er im Dezember 2017 den Super-G von Gröden gewann und damit eine ewig scheinende Durststrecke der deutschen Speedfahrer seit Markus Wasmeiers Erfolg 1991 in Lake Louise beendete.

Am Kitz-Wochenende hatte Ferstl schon in der Abfahrt mit Platz sieben auf sich aufmerksam gemacht und danach durchaus selbstbewusst für den Super-G angekündigt: „Ich bin in der Form, dass ich vorne mitfahren kann.“ Am Sonntag ging im dann alles auf. „Es war mein Tag“. Und eins stellte er noch im Scherz klar: „Ich möchte eine eigene Gondel mit meinem Namen, nicht nur Ausbesserungsarbeiten an der vom Papa.“

Weidle rast bei Heim-Abfahrt in Garmisch als Dritte aufs Podium

Kira Weidle hat beim Heim-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen den dritten Platz belegt und kann mit viel Selbstvertrauen zur WM nach Are reisen. In der Abfahrt musste sich die 22 Jahre alte Skirennfahrerin am Sonntag nur Siegerin Stephanie Venier aus Österreich und der italienischen Olympiasiegerin Sofia Goggia geschlagen geben. Weidle bejubelte ihr zweites Podestresultat im Weltcup und war die beste Deutsche im letzten Speedrennen vor der WM. Michaela Wenig rangierte nach 33 Starterinnen außerhalb der Top 20. Viktoria Rebensburg hatte auf einen Start verzichtet, um sich auf den Riesenslalom am Wochenende in Maribor zu konzentrieren. (dpa)

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