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Hintergrund : Martin Schmitt nur noch ein Mitläufer

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Ratlos: Martin Schmitt Bild: dpa/dpaweb

Der gefeierte Held von einst wird zur tragischen Figur. Wenn Martin Schmitt heute auf die Schanzen klettert, wird er vom Publikum zwar noch freundlich begrüßt. Seine Leistungen aber werden nur noch mit einem mitleidigen Kopfschütteln begleitet.

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          Der gefeierte Held von einst wird immer mehr zur tragischen Figur. Wenn Skispringer Martin Schmitt heute auf die Schanzen klettert, wird er vom Publikum zwar noch freundlich begrüßt. Seine Leistungen aber werden immer öfter nur noch mit einem mitleidigen Kopfschütteln begleitet. Platz 24 beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee am Donnerstag in Oberstdorf war in etwa das, was der viermalige Weltmeister aus Furtwangen derzeit zu leisten im Stande ist. Zu wenig für die hohen Ansprüche, die das Team, die Öffentlichkeit und vor allem Schmitt selbst haben.

          „Die Motivation und die Freude am Springen sind weiter da. Ich habe den Ehrgeiz, wieder ganz nach von zu kommen“, sagt der 27jährige. Daß er nun schon seit Jahren aber eher das Sorgenkind in der deutschen Mannschaft ist, kann keiner leugnen. Sowohl der frühere Bundestrainer Wolfgang Steiert als auch sein Nachfolger Peter Rohwein unternahmen und unternehmen alles, um den Team-Olympiasieger von Salt Lake City wieder in Form zu bringen. Doch Sondertrainingseinheiten, Ski-Wechsel und mentale Unterstützung zeigen nur wenig Erfolg.

          Zwei Schritte vor, einen zurück

          „Es ist schwer, mit Martin zu arbeiten. Wenn du denkst, du hast zwei Schritte nach vorn gemacht, geht es einen zurück“, beschreibt Rohwein die mißliche Situation. Mittlerweile sind Plazierungen zwischen 15 und 20 schon als Erfolg zu werten. „Wir müssen zunächst einmal sein Niveau vom Saisonbeginn stabilisieren. Dann kann man Schritt für Schritt weiter denken. Aber selbst das geht nicht von heute auf morgen“, erklärt der Coach.

          Viele Fans fliegen immer noch auf den 27jährigen

          Er steckt wie in der vergangenen Saison nun auch im Olympia-Winter in einer schwierigen Lage, denn er braucht Martin Schmitt. Im WM-Jahr hatte sich Alexander Herr (Schonach-Rohrhardsberg) verletzt und fiel für das Team-Springen aus, nun droht dem Oberhofer Jörg Ritzerfeld ein ähnliches Schicksal. Und zu den vier DSV-Springern, die bis jetzt die Olympia-Norm geschafft haben, zählt der Schwarzwälder. „Wir stellen uns der Aufgabe, Martin zu einer festen Größe zu machen. So lange er Spaß und Motivation mitbringt, habe ich als Trainer kein Problem“, sagt Rohwein auch angesichts der Tatsache, daß es eben auch Schmitt und dessen Erfahrung bei Saisonhöhepunkten mit zu verdanken war, daß die deutsche Mannschaft bei der WM in Oberstdorf Silber von der Normalschanze gewann.

          Schwierige Situation

          Der zum Mitläufer abgestürzte Schmitt selbst gibt sich kämpferisch. „Ich habe mehr drauf, als ich in den vergangenen Jahren gezeigt habe. Es gibt genügend Beispiele dafür, daß man mit Mitte 20 noch eine Leistungssteigerung erzielen kann“, sagt der 18fache Weltcupsieger, der seit der Saison 2001/2002 nie mehr ganz oben auf dem Podest stand.

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