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Biathlon in Ruhpolding : „Das ist doch menschlich“

Liegend wie stehend die Sicherste: Dorothea Wierer gewinnt in Ruhpolding Bild: dpa

Die deutschen Skijägerinnen, die in ergangene Woche jeden Wettbewerb beim ersten Heimspiel gewannen, landen diesmal nicht auf dem Podium. Dafür macht eine Italienerin in Ruhpolding das Rennen.

          20 Schuss, 20 Treffer, eine starke Laufleistung: Die Frau entwickelt sich langsam zur Spezialistin für den Klassiker. Dorothea Wierer, 25 Jahre alt, aus dem Antholzer Tal in Südtirol, hat am Donnerstag in der Ruhpoldinger Chiemgau Arena auch den zweiten 15-Kilometer-Einzellauf der Weltcupsaison gewonnen. Und hat damit den Disziplin-Weltcup fast schon in der Tasche, weil es nur noch ein weiteres Rennen gibt.

          Die Biathletin lag am Ende 54,8 Sekunden vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen und 1:09,9 Minuten vor Gabriela Soukalova aus der Tschechischen Republik, die beide jeweils einmal danebenschossen. „Ich habe einfach den Kopf beim Schießen ausgeschaltet“, sagte Dorothea Wierer, „aber ich mag diesen Wettbewerb eigentlich nicht, der ist mir zu lang.“

          Die deutschen Skijägerinnen, die in der vergangenen Woche jeden Wettbewerb beim ersten Heimspiel gewonnen hatten, landeten diesmal nicht auf dem Podium. Obwohl es ganz knapp war. Trotzdem mochte sich Franziska Hildebrand nicht über jene 0,9 Sekunden ärgern, die sie am Ende von Platz drei trennten. „Letzte Woche lag ich 0,3 Sekunden vor der Gabriela, damit ist das in Ordnung.“

          Ein Fehler gleich zu Beginn, da war es schwierig, sich zusammenzureißen. Es gelang, auch weil sie sich vor dem letzten Schuss noch einmal die Zeit nahm, „Luft zu holen, um ja zu treffen“. Und unterwegs genoss die 28 Jahre alte Frau aus Halle an der Saale das „berauschende Gefühl“, von 9500 Zuschauern angefeuert zu werden.

          Laura Dahlmeier, die am vergangenen Wochenende mit zwei souveränen Siegen für Furore gesorgt hatte und als nahezu perfekte Schützin bekannt ist, leistete sich als Neunte diesmal zwei Fehler, obwohl die Bedingungen, sonniges Frostwetter und vor allem Windstille, nahezu ideal waren. Weiter tragisch nahm sie das nicht: „Das ist doch menschlich“, sagte die 22 Jahre alte Bayerin, die natürlich den Anspruch hat, ganz oben zu landen. „Aber mit einem Top-Ten-Platz kann ich immer leben.“

          Beste Deutsche: Franziska Hildebrand

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