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Extrembergsteigen : Am Ende der Welt

  • Aktualisiert am

Winter im Karakorum: Simone Moro beim Aufstieg Bild: Cory Richards/The North Face

Die Extrem-Alpinisten Simone Moro und Denis Urubko wollen als erste Menschen den Nanga Parbat im Winter besteigen. Falls es schiefgeht, wird ihnen niemand helfen können.

          5 Min.

          Der italienische Extrembergsteiger Simone Moro (44) und der Kasache Denis Urubko (38) brechen am 26. Dezember zum Nanga Parbat auf. Gelingt die gefährliche Expedition, winkt ein historischer Erfolg. Im Winter stand noch kein Mensch auf dem 8125 Meter hohen Achttausender. Moro und Urubko sind erfahrene Winterkletterer. Im Februar 2009 gelang ihnen die erste Winterbesteigung des Makalu (8485 Meter), im Februar 2011 erreichten sie mit dem Amerikaner Cory Richards als Erste im Winter den Gipfel des Gasherbrum II (8034 Meter).

          Über welche Route wollen Sie auf den Nanga Parbat?

          Simone Moro: Über die Diamir-Seite und die Kinshofer-Route. Wir sind aber offen für andere Aufstiegsvarianten. Das entscheiden wir vor Ort, wenn wir die Verhältnisse am Berg einsehen können.

          Es werden sich im Winter kaum Träger für dieses Vorhaben finden. Wie kommen Sie ins Basislager?

          Denis Urubko: Berechtigte Frage. Ursprünglich wollten wir ja nicht zum Nanga Parbat, sondern zum Broad Peak aufbrechen, hätten aber, um ins Basislager zu gelangen, einen Helikopter gebraucht. Aber die pakistanische Armee hat die Flugkosten um über 300 Prozent, auf 8800 Dollar pro Stunde, erhöht. So viel Geld für einen Berg auszugeben, das ist nicht unser Stil. Daher mussten wir unser Ziel ändern. Den Nanga Parbat kann man ohne Fremdhilfe erreichen. Über einen mehrstündigen Anmarsch von Tato aus, dem Ort, an dem die von Reinhold Messner erbaute Schule steht, kommt man auch im Winter relativ gut zu Fuß ins Basislager.

          Wurden vorab Depots für Sie angelegt?

          Moro: Nein, es gibt keine Depots. Es sind keine Essensvorräte oder Material für uns vergraben, falls Sie das meinen. Was wir brauchen, tragen wir selbst zum Berg.

          Urubko: Allerdings unterstützten uns Einheimische vorab, indem sie uns eine Art Lawinenschutz bauten. Eine Steinmauer steht im Basislager, hinter der wir unser Zelt aufstellen.

          Es werde Licht: Die ersten Sonnenstrahlen erreichen Denis Urubko
          Es werde Licht: Die ersten Sonnenstrahlen erreichen Denis Urubko : Bild: Cory Richards/The North Face

          Werden Sie Zusatzsauerstoff dabeihaben?

          Moro: Nein. Am Nanga Parbat herrschen, zumindest im Basislager, humane Bedingungen. Das Basecamp liegt relativ niedrig auf 4000 Metern. Das ist ein Vorteil. Wir können uns dort in Ruhe gut akklimatisieren.

          Auch kein Sauerstoff für den Ernstfall?

          Moro: Nein. Wir gehen ohne Sauerstoff.

          Ist die Winterbesteigung eines Achttausenders nicht russisches Roulette?

          Urubko: Es ist sicher gefährlicher als eine Besteigung während der Sommermonate. Fehler werden im Winter nicht verziehen. Korrekturen gibt es nicht. Du bekommst nur eine Chance. Daher muss man am Berg sehr klar sein und präzise entscheiden. Wenn wir entsprechend akklimatisiert sind, alle Vorbereitungen getroffen haben und der Wetterbericht brauchbar wird, geht es los. Warten oder langes Abwägen ist nicht drin. Wir müssen uns unheimlich fokussieren.

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