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Eisschnelllaufen : Weltrekord mit fast 50 Sachen

  • Aktualisiert am

Knapp an der Schallmauer gescheitert: Jenny Wolf Bild: AP

Sprinterin Jenny Wolf hat beim Weltcup in Calgary mit einem Traumstart über 500 Meter die Friesingers, Pechsteins und Anschütz' in den Schatten gestellt. Den Sprung in eine neue Dimension des Eisschnelllaufs verfehlte Wolf nur um 2/100 Sekunden.

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          Den Weltrekord geknackt, die „Schallmauer“ touchiert: „Eis-Blitz“ Jenny Wolf hat in Calgary mit einem Traumstart über 500 Meter den Sprung in eine neue Dimension des Eisschnelllaufs nur haarscharf verfehlt. In 37,02 Sekunden war sie bei der zweiten Weltcupstation 2/100 Sekunden schneller als beim Gewinn ihres WM-Titels am 10. März in Salt Lake City. Tags darauf verhinderte ein kleiner Stolperer beim Start die weitere Verbesserung ihrer Bestmarke und den Fall der 37-Sekunden-„Schallmauer“.

          In 37,15 lief die Berlinerin bei ihrem 14. Weltcupsieg aber erneut eine Glanzzeit und drückte ihren Punkte-Weltrekord über 2 x 500 Meter auf 74,17 Zähler. Neben der Freude über die Rekorde schwang bei der ehrgeizigen Hauptstädterin auch ein wenig das Bedauern über die verpasste Traummarke mit. „Ein Weltrekord ist immer Wahnsinn. Aber wenn man so nah dran ist, will man natürlich auch die erste Frau unter 37 Sekunden sein“, gestand sie.

          Praktisch Weltrekordzeit über 100 Meter

          „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Sie wird es irgendwann schaffen“, meinte Bundestrainer Markus Eicher. In sagenhaften 48,62 Stundenkilometern war die schnellste Frau der Welt um die Kurven gefegt, ganze 0,04 km/h mehr wären nötig gewesen, um die „Schallmauer“ zu durchstoßen. „Sie hatte das historische Ding wirklich drin“, bedauerte ihr Coach Thomas Schubert.

          Für die ersten 100 Meter hatte die 28-Jährige fast unglaubliche10,13 Sekunden gebraucht. Ihr Weltrekord steht bei 10,28 Sekunden, kann aber nur bei separaten Wettkämpfen verbessert werden. „Bei den 10,18 in Salt Lake dachte ich schon, schneller geht es nicht. Die Zeiten hatten sich aber im Sommer angedeutet. Ich wäre sogar fast enttäuscht gewesen, wenn kein Weltrekord raus gesprungen wäre“, zeigte sich die Berlinerin nicht überrascht von ihrer tollen Frühform.

          Kein Grund zur Traurigkeit für Friesinger

          Anni Friesinger verlängerte ihr Abonnement auf Platz zwei: Über 1500 Meter verpasste die Sprintweltmeisterin in 1:53,09 Minuten zum dritten Mal in Serie haarscharf ihren 45. Weltcupsieg, unterbot aber ihren deutschen Rekord um 0,1 Sekunden. „Ich bin glücklich über diese Zeit. Es gibt keinen Grund zur Traurigkeit“, meinte die 30-Jährige, die in der Vorsaison noch von Sieg zu Sieg geeilt war.

          Diesmal legte sie im ersten Paar eine Marke vor, an der sich die Olympiasiegerinnen Cindy Klassen (Kanada/10.) und Ireen Wüst (Niederlande/13.) die Zähne ausbissen. „Eine Super-Leistung bei dieser brutal trockenen Luft“, lobte Team-Chef Helge Jasch die Inzellerin, die derzeit ein wenig im Schatten von Jenny Wolf steht.

          Hausrekorde von Anschütz und Pechstein

          Stark präsentierten sich auch Daniela Anschütz-Thoms und Claudia Pechstein. Die Erfurterin drückte in 1:53,80 Minuten ihre Bestzeit um 1,49 Sekunden und kam auf den vierten Rang. Auch Pechstein verbesserte als Fünfte in 1:54,31 ihren „Hausrekord“ deutlich. Der Sieg ging an Christine Nesbitt (Kanada/1:52,75).

          Über 3000 m hatten Pechstein (4:00,25) und Anschütz (4:00,41) als Vierte und Sechste gleichfalls die Podest-Plätze verfehlt. Für Weltmeisterin Martina Sablikova (Tschechien/3:55,83), die seit einem Jahr auf den langen Strecken ungeschlagen ist, war es der sechste Weltcupsieg in Serie.

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