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Eisschnelllauf-Weltcup : Pechstein zum Auftakt unzufrieden

  • Aktualisiert am

„Es war ganz schwierig in den Schritt reinzukommen“: Claudia Pechstein Bild: dpa

Ein wenig schneller hatte sich Claudia Pechstein ihren Auftakt vorgestellt. Auf schwerem Eis muss sie fünf Niederländerinnen und Martina Sablikova den Vortritt lassen. Die deutschen Eissprinter rutschen nur knapp am Podest vorbei.

          Etwas ungläubig schaute Claudia Pechstein auf die Anzeigetafel im Hokkaido Tokachi Oval. Ihren Weltcupauftakt hatte sich die 42 Jahre alte Berlinerin doch anders vorgestellt. „Es war ganz schwierig in den Schritt reinzukommen“, meinte sie nach ihrem siebten Platz über 3000 Meter im japanischen Obihiro. Damit war sie in 4:11,57 Minuten fast sieben Sekunden langsamer als die dreifache Olympiasiegerin Ireen Wüst, die in 4:04,91 Minuten gewann.

          Allerdings profitierte die Niederländerin von einem Fehler der Tschechin Martina Sablikova beim Bahnwechsel. Die 5000-Meter-Olympiasiegerin musste sich aufrichten und verlor die entscheidenden Zehntel. Am Ende reichte es in 4:06,11 Minuten noch für Rang zwei, womit sie als einzige die Dominanz der Oranjes durchbrach.

          Vor Pechstein tummelten sich schließlich weitere vier Niederländerinnen auf den Spitzenrängen. Trösten konnte sich Pechstein mit einem Erfolg im direkten Duell gegen die Russin Olga Graf, die ihr in Sotschi knapp Olympia-Bronze weggeschnappt hatte. „Ich habe Graf geschlagen und ich bin beste Deutsche. Insofern habe ich mir zwei meiner Ziele erfüllt“, meinte die Berlinerin, die am Samstag auch mit der Zehntplatzierten Bente Kraus (Berlin) und Gabi Hirschbichler (Inzell) in der Team-Verfolgung am Start stehen wird. Ursprünglich hatte sie angekündigt, nur zu starten, wenn das Team aussichtsreich sein würde.

          Teamchef Helge Jasch machte auch äußere Umstände für die unbefriedigende Pechstein-Zeit verantwortlich. „Die Umstellung in Richtung Osten ist immer schwieriger als in die andere Richtung. Und zum anderen war das Eis alles andere als günstig für die guten Gleiter“, sagte er. Beim ersten Weltcuprennen der Langstreckler in Obihiro hatten die Veranstalter die 500-Meter-Sprints in die langen Strecken „eingebettet“. „Das war schon seltsam, da bekommt kein Eismeister das Eis für die Langstreckler richtig hin“, meinte Jasch.

          „Der Kampf ist nur verschoben“

          Auch Patrick Beckert hatte über 5000 Meter Mühe, sein Tempo zu halten. „Es ist noch ein bisschen unrund gelaufen. Nach sieben, acht Runden waren die Beine ganz schön fest“, sagte der Olympia-Sechste aus Erfurt nach seinem fünften Platz in 6:27,64 Minuten. „Der Kampf um einen Podestplatz ist nur verschoben“, tröstete sich Beckert. Schnellster war auch hier der Olympiasieger: Sven Kramer aus den Niederlanden holte sich seinen 46. Weltcupsieg in 6:20,90 Minuten.

          Schon besser lief es für die deutschen Eis-Sprinter. Judith Hesse und Nico Ihle verfehlten das Podest nur ganz knapp. Die 32-jährige Erfurterin kam über 500 Meter in 38,73 Sekunden auf Platz vier, sah aber „Luft nach oben. Es waren ein paar Fehlerchen drin, deshalb bin ich nicht zufrieden. Aber Platz vier ist schon okay.“ Olympiasiegerin Lee Sang-Hwa aus Südkorea war von keiner Rivalin zu gefährden und kam in 38,07 Sekunden zu ihrem 28. Weltcupsieg.

          Die Niederländer dominieren

          Nico Ihle fehlten über 500 Meter trotz eines Wacklers in der Kurve nur sieben Hundertstelsekunden zum dritten Rang. In 35,31 Sekunden unterstrich der Chemnitzer Olympia-Vierte mit Platz fünf aber seine Zugehörigkeit zur Weltelite. In Jan Smeekens dominierte auch auf der kürzesten Strecke ein Niederländer (35,06 Sekunden).

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