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Eiskunstlauf : Sawtschenko und Szolkowy haben ein „Sechs-Problem“

  • Aktualisiert am

Hohe Ziele, harte Landung Bild: dpa/dpaweb

Die deutschen Paarlauf-Meister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz haben bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Calgary nur den sechsten Platz belegt. Es siegten die Chinesen Pang Qing und Tong Jian.

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          Ein neuer Ort, die gleiche Plazierung - wie schon bei Olympia in Turin offenbarten Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Calgary ihr „Sechs-Problem“.

          „Wir sind froh, daß die Saison endlich vorbei ist. Wir hätten vielleicht alles verdrängen können, wenn sich der Erfolg eingestellt hätte. Aber das war leider nicht der Fall“, sagte Szolkowy am Ende eines langen Winters, in dem die deutschen Paarlauf-Meister EM-Silber gewannen, der sie nun aber in eine ungewisse Zukunft entläßt. Die Stasi-Affäre um ihren Trainer Ingo Steuer belastete die beiden Chemnitzer auch in der letzten Kür der olympischen Saison. Diesmal kostete ein Stolperer des 26jährigen Szolkowy beim dreifachen Toe-Loop kostbare Punkte, da war an mehr als einen sechsten Platz nicht zu denken, zumal auch seine Partnerin Probleme beim Doppel-Axel hatte. „Nach der EM ging es leider bergab, wir haben nie mehr unseren inneren Rhythmus wiedergefunden“, sagte Szolkowy.

          Weiter mit Steuer?

          Wie und vor allem von wem diese Talfahrt gestoppt werden soll, darüber gibt es in den kommenden Wochen reichlich Gesprächsbedarf. Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) ist an einer weiteren Zusammenarbeit mit Steuer interessiert. „Wir möchten weiter mit Ingo Steuer zusammenarbeiten. Das Paar hat ihn als Trainer gewählt, und es ist ja kein Berufsverbot ausgesprochen worden. Aber wir können ihn nicht anders behandeln als andere Trainer“, sagte DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf. Es ist ein offenes Geheimnis, daß der Verband finanziell nicht auf Rosen gebettet ist. Gleiches gilt allerdings für den Coach, der in einer Woche bei der Bundeswehr ausscheidet und als angehender Student der Anglistik und Amerikanistik jeden Euro sicherlich gut gebrauchen kann. Der 39jährige zu seiner Situation: „Im Moment bin ich total ausgebrannt.“

          Der DEU schwebt vor, Sawtschenko und Szolkowy die Fördergelder direkt zur Verfügung zu stellen, für die Bezahlung ihres Trainers wären die Sportler dann selbst verantwortlich. Da hätten dem Sachsen-Duo die 67.500 Dollar, die die neuen Weltmeister Pang Qing und Tong Jian aus China für ihren ersten Titel einstreichen durften, sehr gut getan. Die Chinesen leisteten sich in ihrer Kür nur einen einzigen Fehler und siegten vor 8000 Zuschauern im Saddledome vor ihren Landsleuten Zhang Dan und Zhang Hao sowie den Russen Maria Petrowa und Alexej Tichonow. 18. unter 20 Paaren wurden die WM-Debütanten Mari-Doris Vartmann und Florian Just aus Dortmund.

          Dytrt enttäuscht

          Während Savchenko/Szolkowy wenigstens noch in Medaillennähe blieben, enttäuschte die deutsche Meisterin Annette Dytrt zum wiederholten Male den Verband, ihre neue Trainerin Ilona Schindler und auch sich selbst. Die Münchnerin, die schon die Olympia-Qualifikation nicht schaffte, geht als 21. in das Kurzprogramm der Damen an diesem Freitag (18.30 Uhr). Für die gebürtige Tschechin ist es fast schon die letzte Chance, um ihre sportliche Zukunft zu kämpfen. Dönsdorf jedenfalls scheint mit seiner Geduld am Ende: „Annette hat nun beste Bedingungen in Erfurt, es muß vorangehen. Sie muß sich erheblich steigern.“

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