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Eiskunstlauf : Kein Steuergeld für Ingo Steuer

Ende der Geschäftsbeziehung? Ingo Steuer und Aljona Savchenko Bild: dpa

Ingo Steuer bekommt keinen Verjährungsbonus auf seine Spitzeltätigkeit. Nun trennt sich offenbar Aljona Savchenko von ihrem langjährigen Eislauftrainer - aus finanziellen Gründen.

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          Der Eiskunstlauftrainer Ingo Steuer wird auch weiterhin keine Steuergelder erhalten. Nach gesicherten Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat das Bundesinnenministerium (BMI) einen entsprechenden Antrag des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) abgelehnt. Steuer hatte zwischen 1985 und 1989 für das Ministerium für Staatssicherheit der ehemaligen DDR als Spitzel gearbeitet. Als Inoffizieller Mitarbeiter mit dem Decknamen „Torsten“ lieferte er in bislang 84 bekannten Berichten Details über das Leben, die Haltungen, die Vorlieben von Menschen aus seinem Umfeld. Dazu gehörten auch Hinweise zu einer geplanten Republikflucht.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die Stasikommission des Deutschen Sports unter der inzwischen verstorbenen Leiterin Hanna-Renate Laurien sprach seinerzeit von einem der „schlimmsten“ ihr vorgelegten Fälle. Steuers Spitzeldienst war, obwohl Behörden schon lange bekannt, erst vor den Winterspielen 2006 an die Öffentlichkeit gedrungen. Das für Spitzensport zuständige BMI hatte deshalb die Finanzierungsbeteiligung gestoppt. Im Juli hatte eine neu besetzte Stasikommission des DOSB mit Hinweis auf die „persönliche Entwicklung“ Steuers und eine Art Verjährungsbonus 25 Jahre nach dem Ende der DDR eine Finanzierung durch den Steuerzahler empfohlen.

          Steuer gilt als der beste deutsche Trainer im Paarlauf. Mit Aljona Savchenko/Robin Szolkowy gewann er in Sotschi Olympia-Bronze. Nach dem Rückzug von Szolkowy tauchten nun widersprüchliche Nachrichten über eine Trennung auch von Aljona Savchenko auf. Hintergrund sollen Finanzierungsschwierigkeiten sein.

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