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Eiskunstlauf-EM : Sawtschenko/Szolkowy greifen nach der EM-Krone

  • -Aktualisiert am

Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy: „Sie müssen nur zeigen, was sie können” Bild: dpa

Der Streit um ihren Stasi-belasteten Trainer Steuer ist vorerst beendet. Das Hickhack habe sie noch stärker gemacht, sagen die deutschen Paarlaufmeister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy. Bei der EM in Warschau gehen sie als Favoriten an den Start.

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          Trotz der Probleme wegen ihres Stasi-belasteten Trainers Ingo Steuer sind die Paarlaufmeister Aljona Sawtschenko und Robin Szolkowy bei den an diesem Dienstag beginnenden Europameisterschaften in Warschau Favoriten auf den Titel. Nach einer exzellenten Leistung bei den deutschen Meisterschaften vor gut zwei Wochen haben es die einzigen deutschen Eiskunstläufer von Weltklasse ein paar Tage ruhiger angehen lassen, zuletzt aber wieder intensiv trainiert.

          Äußerlich ruhig blieb Aljona Sawtschenko auch nach der Auslosung der Startreihenfolge für das Kurzprogramm (sie starten als sechstes von 15 Paaren): „Wir lassen uns keinen Druck von anderen aufreden, sondern konzentrieren uns nur auf uns.“ Dass sie starke Nerven haben, bewiesen sie schon im Herbst. Denn trotz der wiederholten Gerichtsverhandlungen haben sie äußerst anspruchsvolle Programme einstudiert und sie auch bei drei Grand-Prix-Wettbewerben erfolgreich präsentiert. „Dieses Hin und Her“, resümiert Szolkowy, „hat uns mental noch stärker gemacht und zusammengeschweißt. Außerdem hilft uns die große Erfahrung eines Trainers, der selbst jahrelang in der Weltspitze war. Wenn wir früher eine kleine Erkältung hatten, haben wir uns gleich Sorgen gemacht. Jetzt lachen wir darüber und sagen, es gibt Schlimmeres.“

          „Wir wollen um die Krone kämpfen“

          Und Sawtschenko ergänzt: „Wir haben einfach noch mehr das Kämpfen gelernt als andere.“ Vorläufig herrscht Waffenstillstand, denn die Deutsche Eislauf-Union hat sich mit dem Innenministerium geeinigt, auf weitere einstweilige Verfügungen gegen eine Betreuung durch Steuer bis zur Hauptverhandlung im Frühjahr zu verzichten. Ingo Steuer wird als Trainer zugelassen und gibt daher klare Ziele vor: „Wir wollen um die Krone kämpfen, wir gehen auf Angriff. Die beiden müssen nur zeigen, was sie können.“

          Anspruchsvolles Programm

          Die Deutschen können das Unternehmen EM-Titel auch deshalb relativ gelassen angehen, weil die Jahrzehnte währende große russische Paarlauftradition sich in einem Tief befindet. Die mehrmaligen Weltmeister Tatjana Totmjanina und Maxim Marinin haben nach ihrem Olympiasieg vor einem Jahr ihre Karriere vorläufig beendet. Sie leben in dieser Saison von Shows und warten ab, ob der russische Verband ihnen ein so lukratives Angebot zur Rückkehr macht, dass sie davon im nächsten Jahr „sehr gut leben können“. Die Rufe nach ihnen in den russischen Medien werden immer lauter.

          Russische Paare in der Krise

          Maria Petrowa und Alexei Tichonow, zweitbestes russisches Paar, wollten eigentlich nach der Bronzemedaille bei der WM 2006 ihre sportliche Karriere beenden. Aber dann haben sie sich vom Verband überreden (und auch honorieren) lassen, noch ein Jahr dranzuhängen. Allerdings war Tichonow von August bis November bei der russischen Version von „Eislaufen mit Prominenten“ engagiert und konnte mit seiner Partnerin kaum trainieren.

          Bei den Grand-Prix-Wettbewerben im Herbst haben die beiden nicht überzeugt, und zu den russischen Meisterschaften vor zwei Wochen sind sie gar nicht angetreten. Offiziell hieß es, sie würden sich auf die Europameisterschaften vorbereiten. Aber Verbandspräsident Walentin Pisejew warf ihnen vor, zu wenig trainiert und sein Land im Herbst schlecht vertreten zu haben.

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