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Eishockeyspieler Hock : „Erfolg ist keine Frage des Alters“

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Robert Hock gehört noch immer zu den besten Stürmern der DEL Bild: picture alliance

Robert Hock gehört zu den Dauerbrennern der Deutschen Eishockey Liga. Der Stürmer von den Iserlohn Roosters absolvierte über 800 Profispiele und feiert nach einem Sieg am gestrigen Abend gegen Mannheim am Samstag seinen 40. Geburtstag. Genug vom Eishockey hat er aber noch immer nicht.

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          An diesem Samstag werden Sie vierzig Jahre alt. Wie werden Sie feiern?

          Ein bisschen, im Bus. Wir spielen am Sonntag in Berlin, das ist von uns aus immer eine lange Reise, da müssen wir früh weg fahren. Außerdem steht morgens ja auch noch Training an. Also ist da viel Party nicht drin. Für die Rückfahrt werde ich mal ein bisschen Sekt und ein, zwei Bier für die Jungs einpacken.

          Sie sind neben dem Nürnberger Rob Leask der älteste Spieler in der DEL und seit 22 Jahren Profi. Wie stecken Sie die anhaltenden Strapazen weg?

          Dass es so gekommen ist, hätte ich nie zu träumen gewagt. Aber es gab einige glückliche Umstände, die mir geholfen haben. Zum Beispiel hatte ich nie größere Verletzungen zu verkraften. Außerdem habe ich mir von ein paar Kollegen früh ein paar Erfolgsgeheimnisse abgeschaut: In der Sommerpause darf man nicht nachlässig werden. Außerdem lege ich viel Wert auf Regeneration, mache Koordinationsübungen, Kräftigungseinheiten. Als ich in Hannover gespielt habe, hat mir die Frau unseres damaligen Trainers, die Physiotherapeutin ist, Yoga beigebracht. Das tut dem Körper ebenfalls sehr gut.

          Auch in dieser Saison gehören Sie mit über zwanzig Scorerpunkten zu den besten Centern. Sie sind immer noch konkurrenzfähig. Was sagt das über die Klasse der DEL aus, wenn, mit Verlaub, ein alter Mann, so eine dominierende Rolle spielt?

          Erfolg ist eben keine Frage des Alters. Schon gar nicht im modernen Eishockey. Es hat sich so vieles in unserem Sport verändert. Das Spiel ist schneller geworden, athletischer, dynamischer. Gleichzeitig wird konsequenter auf die Einhaltung der Regeln geachtet, so dass die körperbetonten Aktionen weniger werden. Das alles kommt mir entgegen.

          Sie sind früher beinahe im Jahresrhythmus gewechselt. Nun gehören Sie seit 2006 zum Stammpersonal in Iserlohn. Was gibt es im Sauerland, was Sie sesshaft werden ließ?

          Ruhe. Und außerdem bin ich zu faul zum Umziehen geworden (lacht). Iserlohn ist eine kleine, familiäre Stadt, in der ich mich wohlfühle. Ich bin nicht der Big-City-Typ, der abends um die Häuser ziehen will. Sobald die Saison vorbei ist, kehre ich sowieso wieder in mein Haus in der Nähe von West Palm Beach nach Florida zurück. Amerika ist seit zwölf Jahren meine eigentliche Heimat geworden. Deutschland ist mein Arbeitsplatz.

          Warum hat es in der Nationalmannschaft nie richtig funktioniert?

          Es hat lange gedauert, mich mit den Vorstellungen des Herrn Zach abzufinden, als er Bundestrainer war, und ich mich in der Blüte meiner Schaffenskraft befand - aber nicht nominiert wurde. Das war ganz schlimm damals. Aber mit einem gewissen Alter habe ich dann verstanden, was er meinte: In seinen Augen passte meine offensiv ausgerichtete Spielweise einfach nicht ins System. Und es ist schon richtig, wegen einem Spieler nicht eine komplette Teamphilosophie über den Haufen zu werfen.

          Wann ist der richtige Zeitpunkt des Aufhörens gekommen?

          Noch nicht. Mein Vertrag läuft noch bis zum Sommer. Und mit Trainer Mason und Manager Mende ist vereinbart, dass wir uns wieder rechtzeitig zusammensetzen und entscheiden, wie es weitergeht. Ich bin in der glücklichen Lage, sagen zu können, dass das Finanzielle nicht mehr im Vordergrund stehen muss, sondern der Spaß. Solange ich den noch verspüre und auch der Trainer das Gefühl hat, dass ich mit den Jungen noch mithalten kann, soll es weitergehen.

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