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Eishockey-WM in Belarus : „Staatsterror nicht belohnen“

Widerstand gegen den Machthaber Alexander Lukaschenka. Belarus soll die Eishockey-WM entzogen werden. Bild: dpa

Trotz der Gewaltherrschaft von Alexander Lukaschenka hält der Internationale Eishockey-Verband an Belarus als Co-Gastgeber der Weltmeisterschaft fest. Bei deutschen Athleten stößt das auf Unverständnis.

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          Die Entscheidung des Rates des Internationalen Eishockey-Verbandes IIHF, dem belarussischen Verband die Ko-Gastgeberschaft für die Weltmeisterschaft 2021 weiterhin nicht zu entziehen, stößt bei deutschen Sportlern auf Unverständnis. „In Belarus werden seit Wochen gezielt Personen aus dem Sport verfolgt – mit derzeit über 60 dokumentierten Fällen.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Gleichzeitig sind die politischen Machthaber auch Sportfunktionäre in Personalunion und verantworten diese Repressalien“, sagte Maximilian Klein, der Repräsentant für internationale Sportpolitik bei Athleten Deutschland e. V., der F.A.Z. Mit Blick auf Berichte über die Rolle des Präsidenten des belarussischen Eishockey-Verbandes im Todesfall Raman Bandarenka sagte Klein: „Ein belarussischer Eishockey- und NOK-Funktionär mit Verbindungen zum Diktator scheint in einen Mordfall verwickelt zu sein. Diese schrecklichen Vorfälle verstoßen nicht nur gegen die Regelwerke des Sports, sondern sind grobe Menschenrechtsverletzungen, die im Wirkungskreis des Sports stattfinden. Deshalb müssen das IOC und der Eishockey-Weltverband endlich ihrer Verantwortung nachkommen und entsprechende Konsequenzen ziehen.“

          Aus der Bundestagsfraktion der Grünen fordern Manuel Sarrazin, der Sprecher für Osteuropa-Politik, und Monika Lazar, die Sprecherin für Sportpolitik, Belarus die WM zu entziehen. „Dieser Staatsterror darf nicht mit der Austragung einer Eishockey-WM belohnt werden. Dass IIHF-Präsident René Fasel vor diesem Hintergrund die politische Lage in Belarus noch immer prüfen möchte, ist absolut unverständlich“, heißt es in einer Mitteilung.

          Unterdessen gehen die Repressalien gegen belarussische Sportlerinnen und Sportler weiter, die sich gegen Gewaltherrscher Aleksander Lukaschenka aussprechen, der zugleich Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Belarus ist. Die 800-Meter-Weltmeisterin von 2015, Maryna Arsamassawa, wurde vom staatlichen Leichtathletik-Zentrum entlassen. Sie hatte Ende August mit rund 700 Sportlern einen Brief unterschrieben, in der die Freilassung politischer Gefangener und die Annullierung der Ergebnisse der Präsidentenwahl gefordert wurde, bei der sich Lukaschenka eine weitere Amtszeit zugesprochen hatte

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