https://www.faz.net/-gtl-98i08

Silber bei Olympia : Eishockey-Star Ehrhoff beendet überraschend Karriere

  • Aktualisiert am

„Ich durfte eine lange und erfolgreiche Karriere genießen“: Christian Ehrhoff. Bild: Frank Röth

Einst war er der bestbezahlte Verteidiger der amerikanischen Liga. Dann gewann er mit Deutschland sensationell Olympia-Silber. Nach dem Aus in den DEL-Playoffs macht Christian Ehrhoff nun Schluss – und verzichtet auf die WM.

          2 Min.

          Eishockey-Star Christian Ehrhoff beendet einen Monat nach dem Gewinn von Olympia-Silber überraschend seine glanzvolle Karriere. Das gab der 35-Jährige am Sonntag nach dem Viertelfinal-Aus in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit den Kölner Haien bekannt. Der frühere NHL-Verteidiger wird damit auch nicht mehr bei der Weltmeisterschaft in Dänemark vom 4. bis 20. Mai unter Bundestrainer Marco Sturm antreten. „Ich habe das Team, die Haie-Organisation und auch Marco Sturm über diesen Schritt informiert. Ich durfte eine lange und erfolgreiche Karriere genießen“, teilte Ehrhoff mit. „Der Entschluss ist wohl überlegt und in den vergangenen Wochen gereift. Nach so vielen Jahren auf dem höchsten Level ist für mich jetzt der Zeitpunkt gekommen, um etwas Neues zu starten.“

          Für den Deutschen Eishockey-Bund und Bundestrainer Sturm ist das Karriere-Ende des einst für kurze Zeit bestbezahlten Abwehrspielers der nordamerikanischen Profiliga ein herber Verlust. Beim größten Erfolg der deutschen Eishockey-Geschichte in Südkorea hatte Ehrhoff zu den Leistungsträgern gezählt. In der NHL bestritt der Stanley-Cup-Finalist von 2011 862 Spiele für San Jose, Vancouver, Buffalo, Pittsburgh, Los Angeles und Chicago. Im Oktober 2016 war der Routinier aus Nordamerika in die DEL zurückgekehrt und wollte mit den Kölnern deutscher Meister werden, scheiterte mit den Haien aber durch das klare 1:5 im sechsten Duell an den Nürnberg Ice Tigers abermals vorzeitig. Sein DEL-Debüt hatte Ehrhoff in der Saison 1999/2000 für die Krefeld Pinguine gegeben.

          Der Deutsche Eishockey-Bund ist einen Monat nach dem Silbermedaillengewinn bei den Olympischen Winterspielen auf einen Umbruch im Nationalteam eingestellt. Verbandschef Franz Reindl kann sich nach dem Karriereende von Ehrhoff weitere Rücktritte aus dem DEB-Team vorstellen. „Mir ist nichts bekannt, aber ich will das nicht ausschließen. Der ein oder andere wird sich das schon überlegen. Ich weiß, dass das immer im Raum steht. Damit müssen wir und Bundestrainer Marco Sturm leben“, sagte Reindl am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

          Nach dem Aus für die Kölner Haie ist das Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft perfekt. Der achtfache deutsche Meister um Verteidiger-Star Ehrhoff verlor am Sonntag klar mit 1:5 (0:1, 1:3, 0:1) gegen den Hauptrunden-Dritten aus Franken und kassierte im sechsten Duell die entscheidende vierte Niederlage. Die Kölner müssen damit weiter auf den ersten Titelgewinn in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) seit 2002 warten. Nürnberg trifft von Donnerstag an im Modus Best of Seven auf die Eisbären Berlin. Titelverteidiger EHC Red Bull München wird in der zweiten Vorschlussrunden-Begegnung von den Adlern Mannheim gefordert. Wer zuerst vier Partien für sich entscheidet, zieht in die Final-Serie ein. München, Berlin und Mannheim hatten den Halbfinal-Einzug schon am Freitag perfekt gemacht.

          In Köln fiel die Vorentscheidung im zweiten Drittel, als die Nürnberger mit 4:1 in Führung gingen. Patrick Köppchen, Olympia-Silbermedaillengewinner Yasin Ehliz, Dane Fox und John Mitchell trafen für die Ice Tigers. Für den Endstand sorgte Nürnbergs Nationalspieler Leo Pföderl. Für die Gastgeber von Trainer Peter Draisaitl verkürzte Sebastian Uvira zwischenzeitlich auf 1:2. Die Haie konnten in der Serie keins ihrer Heimspiele gewinnen. Wie die ebenfalls im Viertelfinale gescheiterten Nationalspieler aus Wolfsburg und Ingolstadt können die Kölner nun von Beginn an in die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im Mai in Dänemark einsteigen. Ab dem 2. April holt Bundestrainer Marco Sturm die Nationalmannschaft erstmals seit dem sensationellen Olympia-Silber von Pyeongchang zusammen. Das Playoff-Finale in der DEL startet am 13. April und endet spätestens am 26. April.

          Weitere Themen

          Der FC Bayern ist wieder nicht aufzuhalten

          Sieg im DFB-Pokalfinale : Der FC Bayern ist wieder nicht aufzuhalten

          Die Vitrine wird voll: In einem zeitweise spektakulären Endspiel bezwingen die Münchner Finalgegner Leverkusen und bejubeln ihren 20. DFB-Pokalsieg. Bayer vergibt eine Riesenchance, Torhüter Lukas Hradecky unterläuft ein kurioser Fehler.

          Topmeldungen

          Am Unabhängigkeitstag : Trumps Rundumschlag gegen Linke und Medien

          Statt versöhnende Töne anzuschlagen und das Land in der Krise zu einen, holt der amerikanische Präsident am traditionell unpolitischen Nationalfeiertag zu einem Rundumschlag gegen Linke und Medien aus. Zum Umgang mit der Corona-Krise lobt sich Trump selbst.
          Jubel in Rot und Blau: Der FC Bayern gewinnt den DFB-Pokal.

          Sieg im DFB-Pokalfinale : Der FC Bayern ist wieder nicht aufzuhalten

          Die Vitrine wird voll: In einem zeitweise spektakulären Endspiel bezwingen die Münchner Finalgegner Leverkusen und bejubeln ihren 20. DFB-Pokalsieg. Bayer vergibt eine Riesenchance, Torhüter Lukas Hradecky unterläuft ein kurioser Fehler.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.