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Eishockey-Liga KHL : Europäischer Angriff auf die NHL

Im Osten was Neues: Nationalspieler Felix Schütz (rechts) spielt in Wladiwostok Bild: picture alliance / ITAR-TASS

Die Eishockeyliga KHL wird mit viel russischem Geld und neuen Klubs aufgebläht. Amerika spricht von „Kaltem Krieg“. Auch ein Deutscher mischt im NHL-Konkurrenzprodukt mit.

          Manchmal ist der Weg zum Erfolg ziemlich weit - von Wladiwostok bis nach Zagreb sind es zum Beispiel rund 9000 Kilometer. Zehn Stunden Zeitunterschied und mindestens 18 Linienflugstunden trennen die kroatische Hauptstadt von der Stadt im östlichsten Zipfel Russlands kurz vor der Grenze zu Nordkorea. Seit diesem Sommer muss Felix Schütz nun häufiger Distanzen in dieser Größenordnung im Flugzeug zurücklegen.

          Der 25 Jahre alte deutsche Eishockey-Nationalspieler absolviert derzeit seine erste Saison für Admiral Wladiwostok in der Kontinentalen Hockey Liga (KHL), der zweitstärksten Eishockeyklasse der Welt, die plant, möglichst schnell ein ebenbürtiges Gegengewicht zur nordamerikanischen Profiliga (NHL) zu werden.

          Seit dem Saisonstart im vergangenen September sind Admiral Wladiwostok und Medvesak Zagreb in der KHL vertreten und haben die Liga damit auf 28 Teams aus acht verschiedenen Ländern erweitert. Neben den 21 Mannschaften aus Russland kämpfen noch Teams aus Lettland, Tschechien, Weißrussland, Kasachstan, der Slowakei, der Ukraine und eben Kroatien um den am Ende der Play-offs auf den Gewinner wartenden Gagarin-Pokal.

          Doch während der Klub aus Zagreb schon eine langjährige Tradition aufweisen kann und neben 17 kroatischen Meisterschaften auch schon in der österreichischen und der slowakischen Liga gestartet ist, ist Admiral ein Team aus der Retorte. Erst in diesem Jahr gegründet, wird es hauptsächlich von seinem Präsidenten, dem ehemaligen NHL-Spieler Alexander Mogilny, finanziert.

          „Dazu möchte ich mich nicht äußern“

          Aus eigener Tasche soll der Klubpräsident auch einen Großteil der Ablöse für Felix Schütz an die Kölner Haie bezahlt haben. Über die restliche Summe mehrten sich im Sommer neben allgemeiner Kritik an dem Wechsel auch die Spekulationen, ob der gebürtige Erdinger, der in der KHL nun deutlich mehr Geld als in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) verdient, den Betrag nicht vielleicht sogar selbst an seinen ehemaligen Arbeitgeber überwiesen haben könnte.

          „Dazu möchte ich mich nicht äußern, das Thema ist abgeschlossen“, sagte Schütz dazu jüngst in einem Interview. Er hätte sich keinesfalls nur des Geldes wegen von dem Verein aus dem Fernen Osten verpflichten lassen und fügte an: „Wenn es um ein Angebot aus der NHL gegangen wäre, hätten sich wahrscheinlich alle für mich gefreut. So lief es eben etwas anders.“

          „Die meisten Spieler sind sehr leise“

          Und auch die ersten Wochen und Monate beim neuen Verein sind für Schütz anders gelaufen, als er das vielleicht gedacht hatte: Die Sprachbarrieren, die den finnischen Trainer Hannu Jortikka, die vielen russischen Spieler und den deutschen Stürmer voneinander trennen, seien immer noch sehr hoch. Und es wäre „einfach eine komplett andere Mentalität. Die meisten Spieler sind sehr leise, wirken fast schüchtern - dafür ist der Trainer umso lauter.“

          Auf dem Eis hat Felix Schütz indes seine Qualitäten mit einigen Scorerpunkten für Admiral schon bewiesen. Aktuell steht das Team auf dem achten Platz der Ost-Konferenz, arbeitet sich nach anfänglichen Problemen in der Tabelle jedoch immer weiter nach oben und wird dabei von KHL-Präsident Alexander Medwedew genauestens beobachtet.

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