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Deutscher Eishockey-Star : Die Hoffnung trägt den Namen Draisaitl

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Ganz weit oben: Leon Draisaitl spielt bei den Edmonton Oilers eine herausragende Saison in der NHL. Bild: dpa

Auf dem Weg zum NHL-Superstar: Leon Draisaitls Bilanz könnte in dieser Saison kaum besser sein – und jetzt brauchen die Edmonton Oilers seine Hilfe mehr denn je. In der vergangenen Nacht hat er gezeigt, was er drauf hat.

          In einer Stadt, in der die Sportfans hauptsächlich von den Triumphen der Vergangenheit zehren müssen, bedeutet der Umzug des beliebtesten Spitzenteams immer etwas mehr als ein rein logistisches Unterfangen. Es geht in solchen Augenblicken darum, den Symbolgehalt der guten alten Zeit zu bewahren. Und sei er noch so kitschig. So landete vor ein paar Jahren eine angejahrte, 400 Kilogramm schwere und drei Meter hohe Statue vor der neuen Halle der Edmonton Oilers. Sie stellt überlebensgroß den bedeutendsten Eishockeyspieler der Stadt dabei dar, wie er den Stanley Cup in die Luft stemmt.

          Der in Bronze gegossene Kufenkünstler Wayne Gretzky verkörpert einen Wunsch, der in der Stadt im Zentrum der Provinz Alberta mit ihren knapp eine Million Einwohnern in jedem Winter wiederbelebt wird. Dass nämlich eines Tages einer wie er – Spitzname: „The Greatest“ – das Schicksal der Oilers wenden wird, die seit den glorreichen achtziger Jahren (mit fünf Meistertiteln innerhalb von sechs Wintern) auf einen weiteren Coup warten.

          Viele Ansätze, um sich positiv von den Konkurrenz abzuheben, verpufften. Auch in der aktuellen Spielzeit: Da schoss sich ein junger Stürmer so warm, wie man das eigentlich nur vom legendären Gretzky kannte. Und seitdem ist der Kölner Leon Draisaitl, ein 23-jähriger Ausnahmekönner, den sich die Oilers 2014 gesichert und 2017 mit einem Achtjahresvertrag über insgesamt 68 Millionen Dollar langfristig an sich gebunden hatten, endgültig in aller Munde. Denn seine persönliche Erfolgsbilanz ist beeindruckend. So gehört er mit 43 Toren und insgesamt 94 Scorer-Punkten wenige Spiele vor der Abrechnung der Hauptrunde zu den absoluten Spitzenstürmern in der National Hockey League (NHL). Erst in der vergangenen Nacht brachte er beim 4:1 gegen die Columbus Blue Jackets drei weitere Vorlagen auf sein Saisonkonto. Acht Hauptrundenspiele bleiben ihm, um die 100-Punkte-Marke zu knacken.

          Nur der russische Stanley-Cup-Gewinner Alexander Owetschkin (48) zeigte sich bislang treffsicherer. Draisaitl rückt damit momentan sogar in Reichweite der Bestmarke der alten Oilers-Heroes wie Gretzky (62) oder des Finnen Jari Kurri (54).

          Der Sohn von Peter Draisaitl, dem ehemaligen deutschen Nationalspieler, mag solche Vergleiche innerlich genießen, aber gegenüber Journalisten wehrt er sie lieber ab: „Darüber will ich nicht nachdenken“, sagte er, als sich die Neugier der Medien immer stärker auf ihn zu fixieren begann. Nur so viel gab der Center preis, der mal den zweiten Sturm anführt und mal im ersten zum Einsatz kommt: „Das ist ein bisschen neu für mich. Denn ich bin von Natur aus kein Torschütze.“ Die Reputation des Linkshänders basiert hauptsächlich auf seiner Fähigkeit, seine Nebenleute mit präzisen Vorlagen zu bedienen. Aber weil er inzwischen immer häufiger selbst den Puck aufs Tor bringt, musste dieses Bild revidiert werden: „Im Moment gehen sie rein. Ich klopfe auf Holz und hoffe, dass es so bleibt.“

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