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Eishockey-Krise in Köln : Haie lassen die Liga leiden

  • -Aktualisiert am

Ratloser Trainer mit zerstrittener Mannschaft: Kölns Mike Stewart. Bild: dpa

15 Niederlagen nacheinander, ein zerstrittenes Team, ein überforderter Trainer. Dazu Fans, die die eigenen Spieler bedrohen: Das Kölner Eishockey liegt am Boden. Und das freut nicht mal die Düsseldorfer.

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          Wer wissen wollte, wie ernst die Lage bei den Kölner Haien ist, der musste am Sonntagabend nur den Vertretern der Düsseldorfer EG lauschen. Von Genugtuung oder gar Häme war nach dem 4:1-Sieg im Derby nicht mal beim rheinischen Nachbarn etwas zu spüren. Der lässt normalerweise keine Gelegenheit aus, die jahrzehntealte Rivalität immer neu anzuheizen. Doch diesmal war das zumindest bei Offiziellen wie Spielern anders, hinter vorgehaltener Hand kam gar Mitleid durch. Man müsse auch jetzt noch Respekt vor den Kölnern haben, sagte DEG-Kapitän Alexander Barta.

          Respekt muss sich gewöhnlich aber erarbeiten. Und so, wie die Kölner sich seit Wochen präsentieren, haben sie alles andere als Respekt verdient. 15 Niederlagen in Folge, eine leblose wie zerstrittene Mannschaft, ein überforderter Trainer, Fans, die die eigenen Spieler bedrohen, dass die sich nicht mehr ohne Polizeischutz aus der Halle trauen.

          Nun könnte man das als lokale Posse abtun. In Köln fallen die Ausschläge auf der Emotionsskala ja immer besonders heftig aus - ganz gleich in welcher Sportart. Doch im vorliegenden Fall geht es um mehr. Die ganze Branche leidet mit. Weil die Kölner einer der prominentesten Klubs der Deutschen Eishockey Liga sind. Einer Liga, die einen Großteil ihrer Einnahmen eben nicht garantiert durch lukrative TV-Verträge erwirtschaftet, sondern am Spieltag durch Tickets und Fanartikel. Und einer Liga, die selten überregionale Aufmerksamkeit erfährt - nicht mal nach dem Olympiasilber der Nationalmannschaft oder ihren ordentlichen Auftritten bei den vergangenen Weltmeisterschaften. Da kommt es auf die großen Klubs aus den großen Städten mit ihren großen Hallen an. Auf so einen wie die Kölner Haie. Dass die aufregendste Zeit des Eishockey-Jahres nun aller Voraussicht nach ohne den Zuschauerkrösus stattfindet, tut weh. Gerade in Zeiten, in denen ein neuer Ligasponsor gesucht wird.

          Ebenso bitter ist der in der Haie-Geschichte beispiellose Absturz für die sportliche Situation im deutschen Eishockey. Seit 2015 machen die beiden Schwergewichte aus München und Mannheim die Meisterschaften unter sich aus. Manche Beobachter frotzeln schon, man könne die Saison gleich mit dem Finale beginnen, der Rest habe ja eh keine Chance. Der DEL droht Langeweile. Umso größer war die Hoffnung im Ligabüro, dass die Haie die Dominanz durchbrechen und für etwas Abwechslung sorgen könnten. In der Vorsaison waren sie bis ins Halbfinale gekommen, hatten danach prominente Spieler und einen prominenten Trainer verpflichtet. Sie könnten gar ganz oben angreifen, hieß es. Doch daraus wird nichts. Das Kölner Eishockey liegt am Boden. Und so gut wie niemand freut sich drüber. Nicht mal die Düsseldorfer.

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