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Eishockey : Das Comeback der Haie

  • -Aktualisiert am

Jubel in Köln: Die Haie ziehen doch noch ins Halbfinale der Playoffs ein Bild: dpa

Freunde der wichtigsten Sportarten in der Domstadt liegen sich in den Armen, als feierten sie noch einmal Karneval. Der FC schlägt Kiel und die Haie krönen ihre furiose Aufholjagd in den Play-Offs.

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          Karneval ist zwar längst vorbei, aber am Sonntag lag sich die Sportstadt Köln noch einmal in den Armen wie auf dem Höhepunkt der Rosenmontagsfeierlichkeiten. Nach dem 4:0 des 1. FC Köln gegen Holstein Kiel am Sonntag zogen die Kölner Haie durch einen ebenso spannenden wie intensiven 3:2 (1:0, 1:1, 1:2)-Erfolg gegen den ERC Ingolstadt ins Halbfinale um die deutsche Eishockeymeisterschaft ein. „Das war ein sehr enges Spiel, das beide Mannschaften hätten gewinnen können“, sagte der Kölner Trainer Dan Lacroix.

          Beide Klubs hatten die reguläre Saison auf einem Niveau bestritten, in Anbetracht dessen ein Aus im Viertelfinale keinesfalls als Katastrophe empfunden werden muss. Aber für einen echten Erfolg brauchten beide einen Sieg in diesem siebten Spiel, und das Momentum sprach für die Kölner. Nach dem zwischenzeitlichen 1:3-Rückstand in der Serie lag das Halbfinale schon in kaum noch erreichbarer Ferne, schließlich war es zuvor in der deutschen Eishockeygeschichte nur den Frankfurt Lions gelungen, einen solchen Rückstand in einer Best-of-Seven-Serie zu drehen, 2008 war das.

          Nun hatten die Kölner durch zwei überzeugende Siege zum 3:3 ausgeglichen, und sie wollten eine alte Rechnung begleichen. 2104 standen sich die beiden Klubs im Finale um die Meisterschaft gegenüber, damals gewannen die Bayern nach sieben Partien den Titel. In Köln.

          Der Nachmittag begann gut für die Kölner, nachdem Ryan Jones genau dort weitermachte, wo er beim vorigen Heimspiel aufgehört hatte, als Köln den Rückstand in der Playoff-Serie auf 2:3 verkürzte. Drei Assists hatte er er zum 4:2-Sieg beigesteuert, nun gelang dem Routinier das frühe 1:0 (4.) und das wegweisende 2:1.

          Schon die reguläre Saison, die beide Klubs punktgleich auf den Rängen vier (Köln) und fünf (Ingolstadt) beendeten, hatte gezeigt, wie nah die Teams in ihren Leistungen beieinander liegen. Und so wurde es ein ausgesprochen enges Spiel, in dem keine der Mannschaften eindeutig überlegen war. Der zwischenzeitliche Ausgleich zum 1:1 durch Brandon Mashinter war zwar Glück begünstigt, aber der Treffer war eine logische Folge des Spielverlaufs.

          Dieses Erfolgserlebnis beflügelte die Ingolstädter nun für einige Minuten, die dominanter und gefährlicher wurden. Das nächste Tor gelang aber abermals Jones (38.). „Er ist ein Leader auf dem Eis“, hat Coach Lacroix im Verlauf der Playoff-Serie angemerkt, nun darf er seine Karriere also im Halbfinale fortsetzen, weil Frederik Tiffels die Partie durch einen Rückhandschuss zu 3:1 entschied (56.). Zwar gelang Michael Collins (59.) noch der Anschlusstreffer, aber auch das half Ingolstadt nicht mehr.

          Augsburg steht im DEL-Halbfinale

          Nach dem Schock um Christoph Ullmann haben die Augsburger Panther das Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft erreicht. Die Gastgeber bezwangen am Sonntag im entscheidenden siebten Viertelfinalspiel die Düsseldorfer EG knapp mit 2:1 (1:1, 0:0, 1:0) und stehen erstmals seit 2010 unter den Top Vier. Der Hauptrunden-Dritte fordert damit im Halbfinale von Mittwoch an Titelverteidiger EHC Red Bull München heraus. Der frühere Nationalstürmer Ullmann war am Freitagabend im sechsten Spiel nach einem üblen Check auf dem Eis liegen geblieben und wurde vom Düsseldorfer Mannschaftsarzt vor dem Ersticken bewahrt. In der zweiten Halbfinalserie bekommt es Hauptrundensieger Adler Mannheim bereits von Dienstag an mit den Kölner Haien zu tun. (dpa)

          Play-off-Spielplan der Deutschen Eishockey Liga (DEL)

          HALBFINALE (best of seven):

          1. Spieltag, Dienstag, 2. April: Adler Mannheim - Kölner Haie (19.30 Uhr)
          Mittwoch, 3. April: Red Bull München - Augsburger Panther (19.30 Uhr)

          2. Spieltag, Freitag, 5. April: Kölner Haie - Adler Mannheim
          Augsburger Panther - Red Bull München (beide 19.30 Uhr)

          3. Spieltag, Sonntag, 7. April: Red Bull München - Augsburger Panther (14.00 Uhr)
          Adler Mannheim - Kölner Haie (17.00 Uhr)

          4. Spieltag, Dienstag, 9. April: Kölner Haie - Adler Mannheim (19.30 Uhr)
          Mittwoch, 10. April: Augsburger Panther - Red Bull München (19.30 Uhr)

          Weitere Termine (falls notwendig):

          5. Spieltag, Donnerstag, 11. April/Freitag, 12. April
          6. Spieltag, Sonntag, 14. April
          7. Spieltag, Dienstag, 16. April

          FINALE (best of seven):

          1. Spieltag, Donnerstag, 18. April
          2. Spieltag, Samstag, 20. April
          3. Spieltag, Montag, 22. April
          4. Spieltag, Mittwoch, 24. April

          Weitere Termine (falls notwendig):

          5. Spieltag, Freitag, 26. April
          6. Spieltag, Sonntag, 28. April
          7. Spieltag, Dienstag, 30. April

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