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Eishockey : Doppelte Trainerentlassung in der DEL

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In Straubing entlassen: Eishockey-Legende Erich Kühnhackl Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Nach den Straubing Tigers hat auch der ERC Ingolstadt seinen Trainer entlassen. Neben Ron Kennedy musste auch ERC-Manager Stefan Wagner. Zuvor hatte Straubing Erich Kühnhackl nach neun Niederlagen aus den vergangenen zehn Partien entlassen.

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          Erst Erich Kühnhackl, Minuten später auch Ron Kennedy: Prominente Trainerentlassungen im Doppelpack haben in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) für Aufregung zu später Stunde gesorgt. Kühnhackl musste am Freitagabend nach der 1:4-Heimpleite des Tabellen-Vorletzten Straubing Tigers gegen Schlusslicht Füchse Duisburg die Konsequenzen für die neunte Niederlage aus den vergangenen zehn Spielen tragen.

          Ingolstadt gewann zwar daheim 3:1 gegen die Iserlohn Roosters, trotzdem mussten Kennedy, sein Assistent Jamie Bartman und Sportmanager Stefan Wagner beim Tabellen-Zehnten gehen, der um den erneuten Playoff-Einzug bangt.

          Kühnhackl von Zuschauern beschimpft

          Nach nur einem vorzeitigen Trainerwechsel in der Vorsaison sind es diesmal nach nicht einmal drei Monaten schon vier - und stets traf es große Namen. In Duisburg, das in Straubing seine ersten Auswärtspunkte holte, wurde Ex-Torjäger Dieter Hegen durch Peter Draisaitl ersetzt. Die DEG Metro Stars feuerten den erst vor Saisonbeginn geholten tschechischen Starcoach Slavomir Lener und feierten unter Manager Lance Nethery zuletzt drei Siege in Serie.

          In Straubing, das am Dienstag bei Titelverteidiger Adler Mannheim seine nächste Partie bestreitet, betreut der bisherige Assistent Jürgen Rumrich kommissarisch die Mannschaft. Eishockey-Idol Kühnhackl wurde nach der Partie von Zuschauern beschimpft, während des Spiels hatten Fans lautstark seinen Rauswurf verlangt. Einen Rücktritt hatte er abgelehnt. „Ich werde auch in der jetzigen Situation kämpfen. Wenn die Verantwortlichen meinen, es geht nicht mehr, dann müssen sie die Konsequenzen ziehen“, sagte Kühnhackl, wünschte dem Club viel Glück und schien sein Schicksal schon zu ahnen. Offiziell war von einer Trennung in beiderseitigem Einvernehmen die Rede.

          Kennedy geht nach viereinhalb Jahren

          Der 57-Jährige hatte die Niederbayern nach deren Aufstieg zu Beginn der vorigen Saison übernommen, am Dienstag mit 4:11 in Köln aber die höchste Pleite der kurzen Straubinger DEL-Geschichte mitansehen müssen. „Es gab den Eindruck, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht“, sagte Tigers-Geschäftsführer Jürgen Pfundtner. Sportliche Konsequenzen drohen Straubing nicht, da erst ab der nächsten Saison wieder ein Abstieg möglich sein soll.

          Als Kühnhackls Schicksal besiegelt war, musste sich keine 100 Kilometer weiter Kennedy nach viereinhalbjähriger Amtszeit aus Ingolstadt verabschieden. In einer Pressemitteilung war von zuletzt sechs Niederlagen die Rede, obwohl es inklusive des Pokal-Aus und des 3:10 in Berlin fünf waren und gegen Iserlohn ein Sieg gelang.

          Der stellvertretende Beiratschef Jürgen Arnold betonte jedoch, die Entscheidung sei erst nach der Partie gefallen. „Wir waren mit dem sportlich Erreichten nicht zufrieden. Jetzt ist der Weg frei für einen Neuanfang“, sagte Arnold. Der Beiratsvorsitzende Leopold Stiefel betonte in der Erklärung, ein klarer Schnitt sei unumgänglich, weil das Saisonziel gefährdet sei.

          Unter dem 54-jährigen Kennedy holten die Bayern 2005 mit dem Pokalsieg ihren ersten Titel und standen zwei Mal im Playoff-Halbfinale. Zum Saisonende ging dem ERC jedoch stets etwas die Luft aus. Arnold ließ durchblicken, dass man sich womöglich schon nach der vergangenen Saison getrennt hätte, aber auch aus menschlichen Gründen an Kennedy festhielt, der vor einem Jahr wegen eines Tumors am Kopf operiert werden musste. Während bis zum nächsten Spiel am Freitag daheim gegen den EHC Wolfsburg aus mehreren Kandidaten der neuer Trainer ausgewählt werden soll, wird der kaufmännische Geschäftsführer Sven Zywitza vorerst als Sportmanager arbeiten.

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