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Vierschanzentournee : „Wenn die Ampel auf Grün geht, nehme ich jedes Risiko auf mich“

  • Aktualisiert am

„Wir sind heiß auf die Tournee” Bild: dpa

Die beiden Österreicher Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern sind Favoriten für die an diesem Wochenende beginnende Vierschanzentournee. Im Interview sprechen die Beiden über Stürze, Vorbilder und Ziele.

          4 Min.

          Die beiden Österreicher Gregor Schlierenzauer (17 Jahre alt) und Thomas Morgenstern (21) sind Favoriten für die Vierschanzentournee. Morgenstern gewann in dieser Saison als erster Skispringer sechs Weltcups schon vor der Tournee. Schlierenzauer steht im Gesamtweltcup auf Rang zwei hinter Morgenstern und war im vergangenen Jahr Zweiter der Tournee.

          Ihre Väter waren beide sehr gute Alpin-Skifahrer, warum konnte Sie diese Sportart nicht fesseln?

          Morgenstern: Weil es jeder macht.

          Thomas Morgenstern: „Da habe ich blöd geschaut”

          Schlierenzauer: Genau, Ski fahren kann jeder, Ski springen nicht.

          Geht es also darum, etwas auszuüben, was die Masse nicht kann?

          Morgenstern: Nicht gleich zu Beginn. Ski fahren hat mir auch getaugt, genau wie Fußball und Langlauf, aber als ich mich mit 14 Jahren entschieden habe, war das ein Kriterium.

          Herr Schlierenzaurer, Sie haben sich auch erst mit 14 Jahren für das Skispringen entschieden. Fiel Ihnen die Entscheidung genauso leicht?

          Schlierenzauer: Nein, ich hätte sehr gerne Fußball weiter gespielt. Meine körperlichen Voraussetzungen sprachen jedoch für das Skispringen und gegen Fußball, ich bin schmal und leicht.

          Es gibt viele Überschneidungen in Ihrer Karriere, auch dass Sie mit 16 Jahren jeweils Juniorenweltmeister wurden - was unterscheidet Sie grundlegend voneinander?

          Morgenstern: Ich bin ein Draufgänger, und Schlieri ist der stille Denker.

          Schlierenzauer: Stimmt, ich bin viel zurückhaltender. Ich wäre auch damals in Kuusamo niemals gesprungen.

          Sprechen Sie den schlimmen Sturz an, als Thomas Morgenstern 2003 trotz seitlicher Bö von sieben Metern pro Sekunde sprang?

          Schlierenzauer: Er lag mit Prellungen und Blutergüssen im Krankenhaus. Ich hoffe, dass mir das erspart bleibt. Aber bei dir gehörte der Sprung zu deiner Karriere dazu, oder?

          Morgenstern: Ja, wenn die Ampel auf Grün geht, nehme ich jedes Risiko auf mich. Bevor ich einen Sicherheitssprung mache, gehe ich lieber zu Fuß runter. Ich wäre der Letzte, der zurückzieht.

          Schlierenzauer: Und ich nicht der Vorletzte, sondern der Erste.

          Worum beneiden Sie den anderen?

          Morgenstern: Um seine Haare. Der Schlieri kann die wachsen lassen, wenn ich das mache, kräuselt sich alles.

          Schlierenzauer: Und ich beneide dich um deinen Führerschein und dein schickes Auto.

          Über Thomas Morgenstern heißt es, dass er den Verhältnissen seinen Willen aufzwingt, ist das nicht auch Ihr Talent?

          Schlierenzauer: Ich könnte es vielleicht, aber ich mache es nicht, weil mir tatsächlich dieses ultimative Draufgängertum fehlt.

          Morgenstern: Du kannst dafür zehn Minuten im Windkanal bei Windgeschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern in den Seilen hängen, ohne deine Position zu verändern. Das macht dir keiner nach.

          Können Sie durch bloßes Beobachten der Konkurrenz sehen, wie die Form des jeweiligen Springers ist?

          Schlierenzauer und Morgenstern: Ja.

          Das heißt, wenn Martin Schmitt den Turm aufsteigt, können Sie sagen, wie seine Verfassung ist?

          Schlierenzauer und Morgenstern: Ja.

          Woran erkennen Sie das?

          Schlierenzauer und Morgenstern: sagen nichts.

          Herr Morgenstern, was macht den Gesamtweltcup für Sie begehrenswerter als die Tournee?

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