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Skispringen in Willingen : „Das hat mir mega gestunken“

  • Aktualisiert am

„Es war echt schwierig heute“: Karl Geiger Bild: dpa

Im vergangenen Jahr war Stephan Leyhe in Willingen noch der frenetisch bejubelte Sieger. Diesmal sind keine Fans im Upland dabei. Sportlichen Grund zur Freude aus deutscher Sicht hätten sie auch nicht gehabt.

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          Markus Eisenbichler verließ fluchend den Auslauf. „So eine Scheiße“, rief der emotionale Bayer nach seinem zweiten Sprung auf 139,5 Meter. Dabei war der 29-Jährige beim Skisprung-Heimspiel in Willingen vor leeren Rängen als Achter noch der beste Deutsche an einem alles andere als optimalen Tag.

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          Skiflug-Weltmeister Karl Geiger belegte beim Sieg des norwegischen Überfliegers Halvor Egner Granerud den elften Platz. Rang zwei ging an Graneruds Landsmann Daniel-André Tande, Dritter wurde Tournee-Sieger Kamil Stoch aus Polen. Granerud holte sich mit seinem Erfolg auch die Führung in der Sonderwertung „Willingen Six“.

          Im verschneiten Upland war Eisenbichler im ersten Durchgang 137,5 Meter weit gesprungen und lag damit zwischenzeitlich auf Platz fünf. Für Geiger waren die Chancen auf eine Top-Plazierung dagegen schon früh dahin. Er landete im ersten Versuch bereits nach 125,5 Metern und war damit 20. „Das hat mir mega gestunken“, sagte der Oberstdorfer. „Es war echt schwierig heute.“ Immerhin gelang Geiger dann im zweiten Durchgang ein überzeugender Satz auf 142 Meter. „Mit dem zweiten Sprung: so könnte man anfangen“, kommentierte der 27-Jährige die Verbesserung.

          Auch Bundestrainer Stefan Horngacher stimmte die zweite Wettkämpfhälfte etwas versöhnlicher. „Der Durchgang war deutlich verbessert. Da müssen wir morgen ansetzen und dann von Anfang an so springen“, sagte der Österreicher. Zur Halbzeit hatte er sich noch unverhohlen geärgert. „Die Sprünge waren einfach nicht gut genug“, sagte Horngacher in der ARD. Die wechselhaften und nicht einfachen Windbedingungen wollte er nicht als Ausrede gelten lassen: „Es ist schwierig zu springen, aber es ist für alle gleich.“

          Neben Eisenbichler und Geiger holte einzig Pius Paschke als 24. noch Weltcup-Punkte für die Adler des Deutschen Skiverbandes. Gleich drei deutsche Starter hatten einen kürzeren Arbeitstag als gewünscht: Severin Freund, Constantin Schmid und Martin Hamann schieden bereits nach dem ersten Durchgang aus. Bei ihnen half auch die euphorische Anfeuerung des Stadionsprechers nichts, der versuchte, das coronabedingte Fehlen der Zuschauer in der sonstigen Party-Hochburg nach Kräften auszugleichen.

          Im vergangenen Jahr hatte Lokalmatador Stephan Leyhe die Stimmung von Tausenden Fans mit seinem Sieg in die Höhe getrieben. Diesmal war der 29-Jährige wegen eines Kreuzbandrisses nicht dabei. Er verpasst die komplette Saison. An der Mühlenkopfschanze geht es neben den normalen Weltcup-Zählern auch um die „Willingen-Six“-Wertung. Dafür werden die vier Wettkampfsprünge sowie die beiden Qualifikationen des Wochenendes zusammengerechnet. Der Sieger erhält ein Extra-Preisgeld von 15.000 Euro. Die Entscheidung fällt an diesem Sonntag ab 16.15 Uhr (ARD).

          Skispringerin Kramer siegt im Schwarzwald

          Die deutschen Skispringerinnen warten weiter auf ihren ersten Podestplatz des Weltcup-Winters. Beim Heimspiel in Titisee-Neustadt belegte Katharina Althaus mit Sprüngen auf 115,5 und 123,5 Meter als beste Sportlerin aus dem Team von Bundestrainer Andreas Bauer am Samstag den neunten Platz. Anna Rupprecht als 25. und Juliane Seyfarth auf Rang 29 holten im strömenden Regen ebenfalls Weltcuppunkte. Überzeugend war das Teamergebnis damit nicht.

          Den Sieg sicherte sich die Österreicherin Marita Kramer vor Silje Opseth aus Norwegen und der Slowenin Ema Klinec. Mit ihrem Erfolg baute Kramer ihre Führung in der Gesamtwertung aus. „Es war ein richtig guter Sprung“, sagte Althaus zu ihrem zweiten Versuch. „Ich hoffe, ich kann morgen zwei solche zeigen.“ Gut drei Wochen vor der Heim-WM im Allgäu kann die Oberstdorferin als einzige Deutsche derzeit halbwegs mit der Spitze mithalten. Am Sonntag steht auf der Großschanze im Schwarzwald ein weiterer Wettkampf auf dem Programm. (dpa)

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