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Deutsches Outfit in Peking : Rebellen für Olympia

Weck den Tiger in dir: Langläuferin Stefanie Böhler zeigt ihr Design für ein Halstuch. Bild: dpa

Die Kleidung des deutschen Olympiateams für die Winterspiele in Peking soll „rebellischen Optimismus“ ausstrahlen. Wie die Chinesen das wohl finden?

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          Apropos Method Acting: Diese Woche ist der Waschzettel des Ausstatters der deutschen Mannschaft reingeflattert, die demnächst nach Peking aufbricht, um bei der chinesischen Variante von Olympischen Spielen unter Pandemiebedingungen dabei zu sein. Und siehe da, die Firma Adi Dassler Nachf. schickt das deutsche Team nicht nur, dank „Designinspiration vom schwarzen Wassertiger“, hart am Wind kultureller Aneignung segelnd in die kommunistische Diktatur, nein, auch das Mindset bekommt entsprechende Streifen.

          Denn während der Tiger „Kraft und Ausdauer symbolisiert“, verleiht die Kollektion „Mut und Stärke“. Die Kleidung der Deutschen drückt, wir zitieren hier wörtlich, „rebellischen Optimismus“ aus. Rebellen nach Peking, das ist eine markige Ansage. Wissen sie in Peking schon davon?

          Aber womöglich beschränkt sich das vom Ausrüster ausgerufene Rebellentum auf das Tragen der Daunenjacken. Das wird sich zeigen, wenn im Laufe dieser Spiele die ein oder andere Frage aufkommt nach den Gesamtumständen der Veranstaltung. Wäre tatsächlich ganz schön, wenn Mut und Stärke dann nicht vom Roten Wassertiger gefressen werden.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

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