https://www.faz.net/-gtl-pn82

Der seltsame Kult um Sprungski : Placebo für Sensibelchen?

  • -Aktualisiert am

In diesem Winter sucht Martin Schmitt auf neuen Brettern den Erfolg Bild: dpa

Die Athleten vermitteln oft den Eindruck, die Wahl der Ski wäre eine Geheimwissenschaft und der Schlüssel zum Erfolg. Die Fachleute sehen das nüchterner: "Du kannst aus Sprungski keine Flügel machen.“

          3 Min.

          Atomic wirbt mit dem Weltrekordmann Matti Hautamäki. Auf 231 Meter flog der Finne im März in Planica. Bei Konkurrent Fischer sind jetzt auch Adam Malysz und Martin Schmitt unter Vertrag, die Mitbewerber Elan und Rossignol haben damit wichtige Athleten verloren. Malysz war für Elan in Polen wichtiger Werbeträger, der Ski-Absatz stieg in den vergangenen Jahren gewaltig.

          Von Langlauf- und Alpin-Ski, wohlgemerkt. Denn Sprungski stellen zwar eine schön sichtbare Werbefläche dar, ein Verkaufsschlager sind sie nicht. "Es gibt für Sprungski keinen Markt. Das sind praktisch alles Prototypen, für die Hersteller ist dieser Bereich rein Marketing und Werbung", sagt Pierre Heinrich, Manager von Rossignol. "Man muß pro Paar wohl mit 1.200 bis 1.500 Euro Kosten rechnen." Rossignol produziert jährlich 1,2 Millionen Alpinski - aber nur etwa 800 Paar Sprungski. Franz Gattermann von Fischer macht eine ganz ähnliche Rechnung auf: 1.200 Paar Sprungski werden pro Saison hergestellt, 500 für den Wettkampfeinsatz der Spitzenathleten, 700 weitere für die Nachwuchsarbeit. Insgesamt fertigt Fischer 1,5 Millionen Paar, davon 820.000 Alpinski. "Sprungski im Angebot zu haben, das ist PR und auch Goodwill", sagt der Österreicher Gattermann.

          "Du kannst aus Sprungski keine Flügel machen“

          Die Firmen sind übereingekommen, sich nicht gegenseitig Springer abzuwerben. Malysz und Schmitt haben sich aus freien Stücken für die neuen Bretter mit dem Namen "Eagle Xtra Fat" entschieden. Heinrich bestätigt: "Der Wechsel ist ganz sauber gelaufen. Ein Skiwechsel kann nach zwei Jahren, in denen man hinterherspringt, sehr positiv sein. So ist Martin Schmitts Entscheidung zu sehen, er braucht neuen Schwung in seine Karriere." Schmitts Teamkamerad Georg Späth faßt dessen Dilemma in Worte: "Was nützt der beste Vertrag mit einer Skifirma, wenn du nichts gewinnst?"

          Weitere Themen

          Deutscher Doppelsieg beim Ironman Video-Seite öffnen

          Hawaii : Deutscher Doppelsieg beim Ironman

          Jan Frodeno und Anne Haug durften sich über den Erfolg bei einer der schwersten Sportveranstaltungen der Welt freuen.

          Topmeldungen

          DFB und Likes von Gündogan/Can : Nicht viel gelernt

          Die Nationalspieler Gündogan und Can können mit der Rücknahme ihrer Likes für den türkischen Soldatengruß eines Fußballkumpels die politische Diskussion nicht stoppen. Der DFB versucht abermals Schadenbegrenzung durch Schweigen und Beschwichtigen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.