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Biathlon in Oberhof : Herrmann quält sich auf Platz zwei

Denise Herrmann freut sich über Platz zwei in Oberhof. Bild: dpa

Die lange Durststrecke der deutschen Biathlon-Frauen ist beendet. Beim Heim-Weltcup in Oberhof landet Denise Herrmann im Sprint auf Platz zwei. Dabei sind die Bedingungen in der berüchtigten Waschküche extrem schwierig.

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          Jetzt können sie endlich aufatmen, die deutschen Skijägerinnen. Jetzt ist er da, der lang ersehnte Podestplatz. Noch dazu in heimischen Gefilden. Am Donnerstag hat Denise Herrmann die quälend lange Durststrecke in der Arena am Rennsteig beendet. An der Norwegerin Marte Olsbu Röiseland führte in der berüchtigten Oberhofer Waschküche allerdings kein Weg vorbei, zumal sie im Sprint alle zehn Scheiben traf. Aber auch über Platz zwei konnte sich Denise Herrmann richtig freuen. Er bestätigt ihren Aufwärtstrend. Nur im Stehendanschlag, ihrer Wackel-Teildisziplin, blieb eine Scheibe stehen. Und läuferisch gehört die 31 Jahre alte Langlauf-Umsteigerin ohnehin zur Crème de la Crème. 33,1 Sekunden fehlen ihr am Ende auf die Norwegerin. Aber der Dritten, der Französin Julia Simon, war sie 14 Sekunden voraus.

          „Ich bin glücklich, dass ich gerade beim Heim-Weltcup in Oberhof so eine Leistung gebracht habe“, sagte Denise Herrmann. Die selektiven Strecken liegen ihr, hier kann sie ihre Qualitäten voll ausspielen, auch wenn es auf der vom Regen vollgesogenen weißen Unterlage eine rechte Quälerei war. „Der Ski ist immer langsamer geworden, der hat sich richtig angesaugt“, sagte sie: „Aber das ging ja allen so.“

          Mit schwierigen Bedingungen wie im Thüringer Nebelwald kennt sie sich als Erzgebirglerin bestens aus. „Ich bin in Oberwiesenthal im Internat gewesen, und dort ist es ganz ähnlich. Bei solchen Verhältnissen kann ich mich komischerweise besser konzentrieren. Denn da muss man nicht mit der Schießzeit glänzen“, sagte sie. Sondern in erster Linie treffen. Sie hat sich nach ihrem Fehler im Stehendanschlag sogar noch die Zeit genommen, den letzten Schuss noch einmal sauber neu aufzubauen. „Ich wusste, dass ich mir keine zweite Fahrkarte leisten kann“, sagte sie. Vor einem Jahr hätte sie noch drauflos geballert. Aber sie ist als Schützin inzwischen gereift.

          Für Denise Herrmann hatte ja schon der Weltcup in Le Grand Bornand kurz vor Weihnachten die ersten Lichtblicke gebracht. Zweimal Fünfte, einmal auf Rang sechs, das entspricht schon eher dem Leistungsvermögen der ehrgeizigen Oberwiesenthalerin als zuvor Rang 41 in Hochfilzen. So etwas motiviert, und sie hat die Feiertage genutzt, um noch einmal an den Basics zu arbeiten. Davos ist schon fast ihre zweite Trainingsheimat, weil die Bedingungen dort auch in schneearmen Wintern wie diesem bestens sind.

          Dort in der Höhe fühlt sie sich wohl. Und es scheint, als habe sie dort auch ein Stück Lockerheit zurückgewonnen, die ihr bislang gefehlt hat. „Ich habe noch mal versucht, Ruhe reinzubringen, auf technische Details zu achten, und nicht immer nur auf die Schießzeit zu schielen.“ So schön der erste Podestplatz des Winters war: Außer Denise Herrmann konnte beim Heimspiel allenfalls noch Vanessa Hinz auf Platz 15 halbwegs überzeugen. Der Rest war weit weg vom Schuss.

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