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Deutsche Eishockey Liga : Saisonstart auf unbestimmte Zeit verschoben

  • Aktualisiert am

Puck auf Eis: Weihnachten als Wunschtermin für die DEL. Bild: dpa

Einen Saisonstart im November hatte die Deutsche Eishockey Liga an verbindliche Zusagen aus der Politik über Finanzhilfen bis zu diesem Freitag geknüpft. Diese blieben aus. Der neue Wunschtermin ist nun Weihnachten.

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          Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) muss ihren Saisonstart abermals verschieben - diesmal auf unbestimmte Zeit. Bis spätestens Mitte November sollen weitere Entscheidungen zum Saisonablauf getroffen werden. Ziel sei es jetzt, „in der zweiten Hälfte des Dezembers“ zu beginnen, sagte Geschäftsführer Gernot Tripcke nach einer mehrstündigen Telefonkonferenz mit den Verantwortlichen der 14 Klubs am Freitag. Im besten Fall fliegt der Puck in der DEL rund um Weihnachten wieder über das Eis.

          Die abermalige Verschiebung des zuvor auf den 13. November verlegten Starts könnte dazu führen, dass der Meister 2021 erstmals seit 41 Jahren ohne Playoffs gekürt wird. Zu einem möglichen Saisonmodus mit deutlich weniger Zeit als geplant konnten die 14 Klubs an diesem Freitag aber noch keine Prognose abgeben.

          „Alle Beteiligten sind sich über diese außergewöhnlich schwierige Situation bewusst. Wir werden weiterhin alles dafür tun, dass wir in die neue Saison starten können. Es gilt nach wie vor, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Klubs in die Lage zu bringen, dass sie verantwortungsbewusst Eishockey spielen können“, sagte Tripcke.

          Der 13. November war bereits als zweiter Starttermin vorgesehen, nachdem schon der ursprünglich geplante Auftakt am 18. September aufgrund der wirtschaftlichen Probleme durch die Coronakrise nicht gehalten werden konnte. Die DEL hatte einen Saisonstart am 13. November an verbindliche Zusagen aus der Politik über Finanzhilfen bis zu diesem Freitag (2. Oktober) geknüpft. Diese blieben aus, auch wenn die Politik Verständnis für die missliche Lage der Eishockeyklubs zeigte.

          „Wir haben stets sehr deutlich und transparent kommuniziert, dass wir unter den aktuellen Vorgaben sowie mit der Unsicherheit, ob und in welchem Umfang die nötige finanzielle Unterstützung für die Klubs kommt, nicht in die Saison starten können“, erklärte Tripke.

          Nach eigener Aussage fehlen der Liga aktuell 60 Millionen Euro, um trotz der Corona-Krise sorgenfrei in die Saison starten zu können. Die neue Regelung einer maximal 20-prozentigen Auslastung der Hallen hilft nicht, DEL-Klubs leben bis zu 80 Prozent von den Einnahmen aus Heimspielen. Eine zeitnahe Aufstockung auf gewünschte 50 bis 60 Prozent ist aufgrund gestiegener Corona-Fallzahlen höchst unwahrscheinlich. Für den im Konjunkturpaket beschlossenen Ausgleich von bis zu 800.000 Euro gebe es auch „noch keine verbindlichen Bescheide“, sagte Tripcke.

          Gernot Tripcke: „Alle Beteiligten sind sich über diese außergewöhnlich schwierige Situation bewusst.“
          Gernot Tripcke: „Alle Beteiligten sind sich über diese außergewöhnlich schwierige Situation bewusst.“ : Bild: dpa

          Schweden, Finnland und die Schweiz dürfen spielen

          Andre Hahn, Obmann der Linken, kritisierte in der Sportausschuss-Sitzung am Mittwoch das komplizierte Antrags- und Vergabeverfahren als „bürokratisches Monster“. SPD-Politiker Mahmut Özdemir versprach Nachbesserungen - doch konkrete Zusagen gab es keine. Auch der Blick in andere Länder lässt die DEL-Klubs nahezu verzweifeln. In Österreichs Topliga wird dank einer Art staatlichen Vollkaskoversicherung wieder um Punkte gekämpft. Auch Schweden, Finnland und die Schweiz konnten den Spielbetrieb aufgrund deutlich besserer TV-Verträge wieder aufnehmen.

          Die vergangene Saison hatte die DEL im März bereits nach dem Ende der Hauptrunde abgebrochen, ohne einen Meister zu küren. Seit der Saison 1980/1981 wird der Eishockey-Titel nach nordamerikanischem Vorbild im Playoff-Modus ermittelt.

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