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Deutsche Eishockey Liga : Die Eisheiligen von Straubing

Das waren noch Zeiten: Straubing feiert einen Sieg über München in der DEL (Bild vom Oktober 2019). Bild: dpa

Straubing ist verrückt nach Eishockey. Dabei schreiben die Tigers einige kuriose Geschichten. Nun allerdings setzt der Lockdown der Stadt und dem Klub zu. Ein Ortstermin vor dem Start der neuen Saison.

          6 Min.

          An dem Tag, auf den er fast 35 Jahre lang gewartet hat, steht Peter Schnettler aus Straubing an der Autobahnausfahrt Kirchroth in Niederbayern, knapp einhundert Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt, und hält Ausschau nach einem Bus mit betrunkenen Männern. Es ist Dienstag, April 2006. Schnettler hat kaum geschlafen, drei Stunden, vielleicht auch nur zwei, so ganz genau weiß er das nicht mehr. Er ist aufgeregt. Wo bleibt der Bus? An der Autobahnauffahrt trifft er immer mehr Männer und Frauen aus Straubing, auf ihren Shirts sind Tiger aufgemalt. Ein Polizeiwagen hält an. Dann sieht er ihn.

          Christopher Meltzer
          Sportkorrespondent in München.

          Schnettler steigt in sein Auto, fährt dem Bus hinterher, alle folgen, die Männer und Frauen mit ihren Tiger-Shirts, die Polizei. Sie halten in Straubing, direkt vor dem Eisstadion am Pulverturm. Aus dem Bus steigen die Eishockeyspieler der Straubing Tigers, die am Abend davor in Bremerhaven, fast 800 Kilometer entfernt, die Zweitliga-Meisterschaft gewonnen haben. Sie laufen ins Stadion, wo das Freibier schon verteilt und das Eis schon getaut ist. Sie trinken, toben, irgendwann nimmt einer der Spieler Anlauf und rutscht auf dem Bauch durch eine Pfütze im Eis, steht auf, hüpft zurück, macht es noch mal. Und als er zum zweiten Mal in der Pfütze liegen bleibt, fangen Peter Schnettler und mehr als 2000 Straubinger an zu jubeln.

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