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Biathlon-Comeback : Dahlmeier verpasst Sieg nur knapp

  • Aktualisiert am

Die Augen genau aufs Ziel gerichtet: Laura Dahlmeier bei ihrem Comeback in Ridnaun. Bild: dpa

Bei ihrem ersten Rennen in diesem Winter ist Laura Dahlmeier beim zweitklassigen IBU-Cup in Ridnaun nur knapp am ersten Platz vorbeigelaufen. Für ihre Teamkolleginnen war das Podest in Hochfilzen jedoch weit weg.

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          Laura Dahlmeier hat bei ihrem Wettkampf-Comeback in Italien den Sieg nur knapp verpasst, ihre Teamkolleginnen gingen in Österreich leer aus. Die zweimalige Olympiasiegerin schaffte es am Donnerstag beim IBU-Cup in der Single-Mixed-Staffel in Ridnaun mit Teamkollege Roman Rees auf den zweiten Platz. Beste deutsche Biathletin beim Weltcup-Sprint in Hochfilzen war beim Sieg der Italienerin Dorothea Wierer die fehlerfreie Vanessa Hinz auf Rang elf.

          Überschattet wurde der Weltcuptag in Tirol von neuerlichen Dopingvorwürfen gegen russische Athleten. In Österreich ermittelt die Staatsanwaltschaft nun erstmals konkret gegen zehn Teammitglieder, darunter auch Olympiasieger Anton Schipulin. Dabei geht es um angebliche Dopingverstöße bei der WM 2017 in Hochfilzen. Die Polizei kam am Mittwoch sogar ins Teamhotel, um ein Schreiben auszuhändigen.

          Gut 180 Kilometer entfernt in Südtirol war Dahlmeier erstmals seit März wieder im Einsatz. Mit einem Blumenstrauß in der Hand schaute die siebenmalige Weltmeisterin nach dem Rennen in die Kameras. Rees hielt die Ausnahmekönnerin bei der Ehrung fest im Arm. „Es ist einfach mal schön, seinen Sport ohne großen Rummel zu erleben und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, schrieb Dahlmeier bei Facebook: „Aber natürlich freue ich mich schon wieder auf die turbulente Zeit im Weltcup-Geschehen – aber für den Moment könnte es nicht schöner für mich sein.“

          „Es ist schön, wieder zurück zu sein“

          Bei ihrer Rückkehr musste sich die 25-Jährige gemeinsam mit Rees nur dem russischen Duo Anastasija Morozowa/Sergei Korastylew geschlagen geben. Rees fehlten im Zielsprint 2,1 Sekunden zum Sieg. Dahlmeier verfehlte fünf Scheiben, vermied aber Strafrunden und schaffte die schnellste Laufzeit. „Es ist schön, wieder zurück zu sein. Und es hat Spaß gemacht, weil wir lange Zeit um den Sieg mitkämpfen konnten.“

          Nun darf munter spekuliert werden, wann Dahlmeier wieder im Weltcup laufen wird. Weltcup-Starts wird es wohl erst wieder im Januar geben, die nächste Möglichkeit gibt es allerdings schon in der kommenden Woche in Nove Mesto.

          Nach ihrer Trainingspause kommt die ehemalige Gesamtweltcupsiegerin gerade erst wieder in Form. Mitte Oktober hatte Dahlmeier nach mehreren gesundheitlichen Rückschlägen angekündigt, zunächst kürzertreten zu müssen. Ihr Immunsystem war zu geschwächt, wie die Ärzte damals mitteilten. Nach der Zwangspause war sie erst Anfang November moderat ins Training eingestiegen.

          Ihre Kolleginnen müssen hingegen weiter auf den ersten Podestplatz des WM-Winters warten. In Hochfilzen landeten die am Schießstand fehlerfrei gebliebenen Vanessa Hinz, Franziska Hildebrand und Karolin Horchler über 7,5 Kilometer auf den Rängen elf, 13 und 14. Hinz hatte als beste 52,6 Sekunden Rückstand auf die ebenfalls fehlerfrei gebliebene Wierer. Platz zwei sicherte sich die Finnin Kaisa Mäkärainen vor der Polin Monika Hojnisz. Franziska Preuß beendete das Rennen nach zwei Schießfehlern auf Platz 28. Anna Weidel musste ebenfalls zweimal in die Strafrunde und kam auf Rang 46. Mit insgesamt fünf Schießfehlern schaffte es Denise Herrmann als 60. gerade noch in das Feld für das Verfolgungsrennen am Samstag.

          Konsequenzen drohen

          Unterdessen drohen den Russen im nicht enden wollenden Dopingskandal abermals drastische Konsequenzen. Es laufen Ermittlungsverfahren gegen fünf Betreuer wegen „der Anwendung verbotener Substanzen bzw. Methoden zum Zweck des Dopings“ und gegen fünf Sportler wegen „schweren Betruges im Zusammenhang mit Doping“, bestätigte die Wiener Staatsanwaltsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftsstrafsachen und Korruption.

          Bei den Sportlern handelt es sich um Anton Schipulin, Alexander Loginow, Jewgeni Garanitschew, Alexej Wolkow und Irina Starych. Starych und Loginow waren bis Ende 2016 jeweils zwei Jahre wegen Epo-Missbrauchs gesperrt. Ungeachtet des Vorfalls treten die Russen in Österreich an, zeigten sich an den Strecken jedoch durchaus gereizt. Offiziell äußern wollte sich niemand. Auch der Deutsche Ricco Groß, bei der WM 2017 Cheftrainer der russischen Männer, vermied klare Aussagen. „Erstmal abwarten“, sagte er.

          Die neuerlichen Anschuldigungen gegen die Russen lösten Unverständnis aus. „Leute wie Starych oder Loginow – dass die einfach so zurückkommen und plötzlich wieder vorne mit dabei sind. Ich tue mich schwer damit, denen zu gratulieren“, sagte Vanessa Hinz: „Können die sich überhaupt noch selbst im Spiegel anschauen?“. Starych beendete das Rennen als Neunte, Loginow ist am Freitag im Männer-Sprint dabei.

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