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Erkrankter Eishockey-Profi : Herzmuskelentzündung nach Covid-19?

Mögliche Folgen von Corona: Beim Eishockey-Profi Janik Möser wurde eine Herzmuskelentzündung festgestellt. Bild: Imago

Bei dem Abwehrspieler des Eishockey-Klubs Grizzlys Wolfsburg, Janik Möser, wurde eine Herzmuskelentzündung festgestellt. Experten vermuten dahinter die Folgen von Corona. Der Vorfall ist eine Warnung an andere Athleten.

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          Der Eishockey-Klub Grizzlys Wolfsburg führt eine Herzmuskelentzündung bei seinem Abwehrspieler Janik Möser mit „großer Wahrscheinlichkeit“ auf eine Infektion mit dem Coronavirus zurück. „Außer Corona war bei Janik nichts festzustellen, was der Auslöser hätte sein können“, sagte der Mannschaftsarzt Axel Gänsslen im Gespräch mit der F.A.Z. Der Verteidiger will seine bislang nur zum Teil überwundene Erkrankung nun als Warnung für andere Athleten verstanden wissen: „Ich möchte mit meinem Fall andere Profi- und auch Hobby-Sportler darauf hinweisen, dass sie eine Corona-Infektion nicht auf die leichte Schulter nehmen dürfen“, sagte Möser.

          Der 25-Jährige, der einen Teil seiner Ausbildung in Übersee an der Ohio State University absolvierte, steht momentan seinem Team nicht zur Verfügung, das als eines von acht Vereinen am Vorbereitungsturnier um den Magenta-Cup teilnimmt. Die Saison in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) startet am 17. Dezember. Der Verein und Möser teilten mit, dass sie sich gezielt dazu entschieden haben, den Krankheitsverlauf öffentlich zu machen, „um für das Thema zu sensibilisieren. Der Spieler fühlt sich topfit, aber die Untersuchungen sagen etwas anderes“, sagte der Wolfsburger Manager Karl Fliegauf der Deutschen Presse-Agentur.

          Corona greift nicht nur die Lunge an

          „Wir wollen kundtun, dass diese Komplikation vorkommen kann. Corona greift mitunter nicht nur die Lunge an, auch an die Myokarditis muss gerade bei Leistungssportlern gedacht werden“, sagte Gänsslen. Möser, der im Sommer von den Adler Mannheim zu den Niedersachsen wechselte, war im Oktober positiv auf Covid-19 getestet worden und trat anschließend eine zweiwöchige Quarantäne an. Vor seiner Rückkehr ins Training führten die Wolfsburger unter anderem ein in den Vorgaben des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin abgestimmtes Belastungs-EKG bei dem Defensivmann durch, das signifikant andere Werte hervorbrachte als vorangegangene Untersuchungen.

          Möser wurde daraufhin auf Gänsslens Vermittlung von einem Spezialisten der Berliner Charité untersucht, der die Herzmuskelentzündung feststellte. Aktuell darf Möser nicht am Training teilnehmen, er muss zudem davon ausgehen, einen Großteil des Winters auszufallen; Spazieren ist derzeit einer seiner Hauptbeschäftigungen. Die nächste Kontrolle ist nach den Worten von Alex Gänsslen für Anfang Januar geplant.

          Die Gefahr minimieren

          Der Wolfsburger Mediziner hat erreicht, dass das sogenannte Return-to-Play-Programm der Deutschen Eishockey Liga um einen Corona-Passus ergänzt wird, der den zufälligen Befund bei Möser als Präzedenzfall berücksichtigt. Gänsslen erweiterte dazu den bestehenden Algorithmus bei der Beurteilung der Infektion um die neuesten Erkenntnisse: „Es kommt darauf an, die Gefahr zu minimieren. Dafür müssen ständig so viele Mosaiksteinchen wie nur möglich zusammengefügt werden.“ Vom Kenntnisstand sollten künftig alle Teams profitieren können – auch solche anderer Sportarten.

          Gänsslen nannte explizit das Lager der Handballer und Basketballer, mit dem er im Austausch stehe, auch Kontakte zu Kollegen, die im Profifußball tätig sind und deren Expertise vom Weltverband Fifa geschätzt werde, seien geknüpft.

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