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Comeback von Lindsey Vonn : Stenmark fährt immer mit

  • -Aktualisiert am

Geglücktes Comeback, wenn auch noch ohne Spitzenplatzierung: Lindsey Vonn im Zielbereich von Cortina d’Ampezzo. Bild: dpa

Skirennfahrerin Lindsey Vonn ist wieder da – und peilt den Rekord einer Legende an. Doch viele Gelegenheiten bleiben ihr nicht mehr. Trotzdem ist die Amerikanerin optimistisch.

          Einfach nur abzuschwingen im Ziel, das ist nicht die Sache von Lindsey Vonn. Sie zelebriert das Ende eines Skirennens gerne, erst recht, wenn es nach ihren Vorstellungen lief. Das gelang ihr am Freitag zwar nicht unbedingt so, aber die Abfahrt in Cortina d’Ampezzo war nicht irgendeine für die Amerikanerin, sondern es war ihr erster Weltcup-Auftritt seit zehn Monaten.

          Sie warf Kusshändchen Richtung Tribüne, wo ihre Fans ein großes Plakat hochhielten. Die Amerikanerin war anschließend mehr beschäftigt mit Interviews und Selfies als die österreichische Überraschungssiegerin Ramona Siebenhofer. Vonn hatte Verwandte und Bekannte mitgebracht zu ihren letzten Weltcup-Rennen in den Dolomiten. Die hatten sie lautstark unterstützt, lautstärker, als die italienischen Fans ihre Läuferinnen. An die Anwesenheit des Vonn-Clans wird sich die Konkurrenz den Rest des Winters gewöhnen müssen. „Ich möchte, dass mich alle meine Freunde noch einmal sehen, bevor ich zurücktrete“, sagte die 34 Jahre alte Amerikanerin.

          Ihr drittletztes Rennen auf der Olympia delle Tofana – an diesem Samstag gibt es noch eine Abfahrt und am Sonntag einen Super-G – hat sie auf Rang 15. beendet, 1,19 Sekunden hinter Siebenhofer und eine knappe halbe Sekunde hinter der besten Deutschen, der Starnbergerin Kira Weidle, die als Achte ihre Zugehörigkeit zur Weltelite bestätigte. „Ich dachte, es ist leichter zurückzukommen und auf dem Podium zu landen“, gab Vonn zu. Sie habe immer „die höchsten Erwartungen“ von sich, auch bei einem Comeback-Rennen, von denen sie ja auch schon einige hinter sich hat. Ein kleiner Fehler im oberen Teil kostete eine bessere Plazierung, aber ziemlich sicher wäre sie auch ohne den Ausrutscher nicht dort gelandet, wo sie es viele Jahren ihre Karriere gewohnt war am Ende eines Rennens zu stehen: ganz oben.

          Mindestens vier Mal soll ihr das noch gelingen. Es ist ihr großes Ziel, den Rekord von Ingemar Stenmark von 86 Siegen wenigstens einzustellen. Viele Gelegenheiten bleiben ihr nicht mehr. In dieser Saison stehen nur noch neun Abfahrts- und Super-G-Rennen auf dem Plan. Und dann ist da noch das Wochenende in Lake Louise Anfang Dezember mit den drei Rennen. Im kanadischen Skiresort, wo sie so oft gewonnen hat wie keine andere Athletin, will sie sich dann endgültig verabschieden. Sie nahm und nimmt auch in den letzten Monaten der Karriere noch einiges in Kauf, weil sie nur schwer loslassen kann vom Skisport. Vonn muss ihre beiden lädierten Knie jeweils mit einer Schiene im Rennen stabilisieren. Das sei zwar nicht aerodynamisch, gibt sie zu und klingt fast ein bisschen wehmütig: „Aber das ist besser, als gar nicht Rennen zu fahren.“

          Vonn hegt keine Zweifel, dass ihre letzte Rekordjagd gelingt. „Ich bin vielleicht nicht zu 100 Prozent gesund, aber zu 100 Prozent stark“, hatte sie nach ihrer Ankunft in den Dolomiten gesagt. In der Abfahrt am Freitag fühlte sie sich bestätigt: „Ich war positiv, angriffslustig und habe von oben weg gepusht.“ Was sie nun noch besser machen könne in den nächsten beiden Rennen? „Ich werde meine Unterwäsche wechseln und meinen Anzug – dann bin ich vielleicht ein bisschen schneller.“

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          Der einzige deutsche Starter, Dominik Schwaiger, verzichtete nach einem verpatzten Slalom auf die Abfahrt. In der Abfahrt am Samstag (12.30 Uhr/ARD und Eurosport 2) gehen neben Schwaiger noch Manuel Schmid und Josef Ferstl an den Start. Nach den Verletzungen von Thomas Dreßen und Andreas Sander (beide Kreuzbandriss) ist Ferstl der einzig verbliebene Spitzenfahrer des DSV in den schnellen Disziplinen. (dpa)

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